ZKF-Branchentreff 2019: Karosseriebauer in Bewegung

Hat im Esslinger Neckarforum den Kurs in Richtung Zukunft abgesteckt: ZKF-Präsident Peter Börner bei seiner Grundsatzrede.
© Foto: Stefan Endres

Der Branchentreff des Zentralverbandes Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) fand in diesem Jahr im Neckar Forums Esslingen statt. In seiner Grundsatzrede richtete Präsident Peter Börner einen klaren Appell an die Teilnehmer, sich zusammen mit dem Verband aktiv den Herausforderungen der nahen Zukunft zu stellen.

In seinem 8. Amtsjahr rückte der amtierende ZKF-Präsident das Thema Zukunft und dabei das Zusammenspiel von gesellschaftlichem Wandel und technischem Fortschritt sowie der daraus resultierenden Konsequenzen für die Branche in den Mittelpunkt seines Vortrags. So habe man bereits Vieles im ZKF modernisiert und zukunftsorientiert ausgerichtet. Doch darauf könne und dürfe man sich nicht ausruhen, damit der Abstand zwischen dem, was der Kunde oder das Mitglied wolle und dem, was die Werkstatt oder der Verband zu liefern imstande sei, nicht zu groß werde.

Große Veränderungen und Herausforderungen

Angesichts der vielfältigen Veränderungen in Sachen Antriebsart, Eigentum, Gesellschaft, Versicherung und Personal gelte es, sich nicht abschrecken zu lassen. Vielmehr müsse der Wandel motivieren, um die Herausforderungen anzugehen. Dazu zählten Telemetrie, Diagnose, Big-Data-Auto, Justage, Investitionen, Fachkräfte, Löhne, administrative Aufgaben und die Tatsache, dass nur noch am Handel von Waren in den durchschnittlichen Betrieben verdient wird.

Sorgenvoller Blick nach Dänemark

Vor allem der zuletzt genannte Aspekt wirft für Börner zwei Fragestellungen auf: Wie lange noch werde es dauern, bis die Hersteller den freien Reparaturfachbetrieben die Margen kürzen und so die Luft zum Atmen nehmen werden? Und wann werde der Versicherer selbst die Teile bestellen und bezahlen? Betrieben, die erst kürzlich den Test einer Versicherung nach der Devise "wo ich die Teile herbekomme, ist doch egal, Hauptsache die Marge stimmt" unterstützt hatten, attestierte Börner eine zu kurze Denke und warnte vor Verhältnissen wie in Dänemark, wo die Versicherung die Teile aussuche, bestelle und der Werkstatt liefere.

Wie schaut aber nun die Zukunft aus? Die aufziehende E-Mobilität, neue Player bei den Herstellern sowie neue Vertriebs- und Servicekonzepte verändern den Markt. Auch von Seiten des Gesetzgebers gehe ein signifikanter Wandel aus. So habe das EU-Parlament erst kürzlich den ab 2022 verpflichtenden Einsatz neuer Assistenzsysteme für alle neu typgenehmigten Fahrzeuge beschlossen.

"Verbandsleistungen auch wahrnehmen"

Nun lebe man auf dem Weg in diese Zukunft mit "unterirdisch schlechten und nachweislich falschen Zeitvorgaben, einhergehend mit Micro-Stundenverrechnungssätzen", machte Börner deutlich und fuhr fort, dass es aber bei weitem nicht so sei, dass es keine Antworten und Lösungen auf diese Herausforderungen gäbe.

Die Angebote von ZKF, IFL, Eurogarant, AutoService AG, KTI, repair-pedia, Hotline, Verband, Innung – das alles sei da, man müsse diese nur nutzen. Viele Werkstätten aber würden das Leistungsspektrum des ZKF, das auf fast jedes Problem eine Lösung biete, gar nicht kennen, obwohl es doch deren Anspruch an den Verband sein müsse. Und an dieser Stelle, konstatierte Börner, sei der erste Ansatz des ZKF in Richtung Zukunft zu definieren. Man müsse wieder eine Erwartungshaltung bei den Mitgliedsbetrieben zurückgewinnen, die dafür sorge, dass man die Leistungen des Verbandes wahrnehme.

Mit welchen Maßnahmen der Branchenverband das schaffen will, was es mit dem "Automobilen-Zukunfts-Forum" vom 18. bis 20.06.2020 auf sich hat, wie sich der Verband selbst weiter entwickeln wird und wie man in Sachen Rechnungskürzungen agiert, darüber informieren wir Sie in unserem AH-Jahresdossier Automobil-Branche, das zusammen mit AUTOHAUS 14/15-2019 am 22. Juli erscheinen wird. (se)

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