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ZDK-Kritik an EU-Kompromiss: "Große Chance für Klimaschutz vertan"

28.10.2022 15:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
Praxistest E-Fuels
© Foto: FabuCar

Das Kfz-Gewerbe macht sich seit langem für den Einsatz von E-Fuels stark, um den Fahrzeugbestand künftig klimaneutral betreiben zu können. Dass die synthetischen Kraftstoffe im neuen Beschluss der nur als Erwägungsgrund genannt werden, geht der Branche nicht weit genug.

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Das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) zeigt sich von der EU-Einigung auf klimaneutrale Neuwagen ab 2035 enttäuscht. Negativ wird im Dachverband vor allem bewertet, dass synthetische Kraftstoffe künftig nicht positiv auf die neuen CO2-Flottengrenzwerte angerechnet werden sollen. Dafür hatte sich die Automobilbranche immer wieder ausgesprochen.

Brüssel habe eine "große Chance vertan, die Zukunft der individuellen Mobilität technologieoffen zu gestalten", sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski am Freitag. Wer schnelle Erfolge bei der CO2-Reduktion erzielen wolle, müsse den aktuellen Fahrzeugbestand in den Blick nehmen. Das seien in Deutschland rund 46 Millionen Pkw und in Europa rund 274 Millionen Pkw. Karpinski weiter: "Mit klimaneutralen E-Fuels oder Biokraftstoffen könnten alle diese Fahrzeuge klimaneutral angetrieben werden, und die bestehende Tankstellen-Infrastruktur wäre vorhanden."

EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Ministerrat hatten sich am Donnerstag darauf verständigt, dass von 2035 an nur noch Neuwagen zugelassen werden sollen, die im Betrieb keine Treibhausgase ausstoßen. E-Fuels werden in dem Beschluss lediglich als Erwägungsgrund genannt. Die EU-Kommission wird somit rechtlich nicht bindend aufgefordert, einen Vorschlag für E-Fuels in der Regulierung zu erarbeiten sowie im Jahr 2026 ein "Review" und den Bedarf von diesen Kraftstoffen für Pkw durchzuführen.

Wissing hat noch Hoffnung

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) begrüßte dagegen, dass der von seiner Partei geforderte Einsatz von E-Fuels beim Betanken von Autos nicht vom Tisch ist. "Das ist enorm wichtig, um unsere Klimaziele zu erreichen. Wir müssen dafür auf alle verfügbaren klimafreundlichen Technologien zurückgreifen", erklärte Wissing in Berlin. E-Fuels seien "die einzig überzeugende Antwort auf die Frage, wie die Bestandsflotte in Europa klimafreundlich werden kann".

Unabhängig von der EU-Entscheidung hält der ZDK an seiner Strategie fest, für den Aufbau einer europaweiten E-Fuel-Infrastruktur zu kämpfen. Das würde auch die Abhängigkeit von Lieferungen fossiler Brennstoffe aus dem Ausland reduzieren helfen, betonte ZDK-Vize Detlef Peter Grün. "Viele Millionen Menschen werden auch in Europa ihre Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren über das Jahr 2035 weiter betreiben, weil die E-Mobilität für sie aus unterschiedlichen Gründen keine Alternative ist. Sie mitzunehmen auf dem Weg, mit diesen Fahrzeugen klimaneutral zu fahren, muss Aufgabe der Politik bleiben, in Europa und insbesondere auch hier in Deutschland."

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