ADAC schlägt Alarm: Wenn kleine Parkrempler tausende Euro kosten

12.02.2026 12:55 Uhr | Lesezeit: 2 min
Dialogannahme zwischen einem Werkstattmeister und einer Kundin
Die Reparaturen in Werkstätten werden immer teurer. 
© Foto: ProMotor/T.Volz

Ein Parkrempler oder ein Steinschlag schlagen nach Berechnungen des Verkehrsclubs mit sehr viel höheren Kosten zu Buche als früher. Das liegt auch an der Bauweise moderner Autos.

Der ADAC beklagt immer höhere Reparaturkosten für vergleichsweise kleine Schäden an modernen Autos. Schon kleinere Parkrempler können nach Berechnungen eines Sachverständigen im Auftrag des Verkehrsclubs mehrere tausend Euro kosten. Schuld ist in den Augen des Verkehrsclubs teils die Bauweise der Autos, die Reparaturen schwierig macht. 

Der ADAC hat für 21 Fahrzeugmodelle von einem Sachverständigen drei fiktive Szenarien berechnen lassen: einen Parkrempler vorne links beziehungsweise hinten rechts sowie einen Tausch der Windschutzscheibe, beispielsweise nach einem Steinschlag. 

Besonders teuer ist dabei der Parkrempler vorne, bei dem im fiktiven Beispiel Scheinwerfer und Stoßfänger getauscht werden sollten. Im Extremfall kostet das mehr als 7.800 Euro, im billigsten Fall immer noch knapp 3.100. Kostentreiber ist vor allem die Lichttechnik. Im Extrembeispiel werden für einen Laserscheinwerfer rund 3.300 Euro fällig.

Reparatur von Stoßfängern verboten

Ein Parkrempler hinten, bei dem der Stoßfänger samt Sensoren getauscht werden muss, fällt meist billiger aus. Hier geht die Preisspanne von gut 2.100 bis gut 5.100 Euro. 

Ein Kostentreiber ist laut ADAC, dass bei vielen der Modelle die Hersteller Reparaturen an den Stoßfängern verbieten, weil diese dann nachlackiert werden müssten und dies zu einer Fehlfunktion bei den Sensoren durch unterschiedlich dicke Lackschichten führen könne.  

Der ADAC hat allerdings Zweifel an dieser Argumentation - auch weil die Ersatz-Stoßfänger oft nur grundiert geliefert, also ohnehin händisch lackiert würden. "Es besteht also der Verdacht, dass hier höhere Kosten entstehen, obwohl sie durch einfache Reparaturen vermeidbar wären", so der Verkehrsclub.

Noch am günstigsten war der Tausch der Windschutzscheibe. Im billigsten Fall bleibt er knapp unter 1.000 Euro, im teuersten sind es fast 2.500. Früher habe diese Reparatur oft nur wenige 100 Euro gekostet, heißt es vom ADAC. Bei modernen Autos müsse die Kamera für Fernlichtautomatik und Spurhaltesystem mit ausgebaut und später neu kalibriert werden, was die Kosten treibt. 

Robustere und besser reparierbare Systeme gefordert

Insgesamt fordert der ADAC, dass die Hersteller die Systeme robust, langlebig und vor allem reparaturfreundlich auslegen. "Bei einer beschädigten Scheinwerferabdeckung muss es beispielsweise möglich sein, diese zu tauschen und nicht die komplette Lichteinheit für mehrere tausend Euro." Das sei unnötig teuer, nicht im Sinne der Nachhaltigkeit und treibe die Versicherungsprämien nach oben.


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