TÜV-Mängelreport 2018: Mehr Autos fallen durch

Sicherheits- und umweltrelevante Mängel nehmen laut aktuellem TÜV-Report mit steigendem Alter der Autos zu.
© Foto: vdTÜV

Ein Drittel der mehr als zehn Millionen untersuchten Fahrzeuge zeigten laut aktuellem TÜV-Mängelreport Mängel auf. Auffällig sei der Anstieg der sicherheits- und umweltrelevanten Mängel bei älteren Autos.


Datum:
08.11.2017

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Auf den deutschen Straßen ist der Anteil von Autos mit erheblichen Mängeln leicht gestiegen. Bei den Hauptuntersuchungen fielen 19,9 Prozent der Pkw im Zeitraum Juli 2016 bis Juni 2017 durch, wie der Verband der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Im Vorjahreszeitraum lag diese Quote bei 19,7 Prozent. Insgesamt wiesen nach der TÜV-Studie ein Drittel der mehr als zehn Millionen untersuchten Fahrzeuge Mängel auf. Zwei Drittel (exakt 66,1 Prozent) waren mängelfrei.

"Die Mängelquote liegt damit immer noch fünf Prozentpunkte unter dem Wert von 2014", sagte TÜV-Verbandsgeschäftsführer Joachim Bühler in Berlin. Der Anspruch müsse aber sein, die Mängel weiter zu verringern. Auffällig sei, wie dramatisch die sicherheits- und umweltrelevanten Mängel mit steigendem Alter der Autos zunähmen. Bei bis zu drei Jahre alten Wagen liege die Mängelquote bei 5,8 Prozent. In der Gruppe der über elf Jahre alten Pkw seien es 26,5 Prozent. 

Im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal bei VW und anderen Herstellern wies der TÜV auf eine Neuerung hin: Diesel-Fahrzeuge, die eine Software-Aktualisierung bekommen sollen, werden mit einem "erheblichen Mangel" bewertet, wenn sie nicht an der Nachrüstung teilnehmen. Das müsse der Fahrzeughalter dann innerhalb von vier Wochen nachholen. Sonst bekommt er keine neue TÜV-Plakette.

Stabiles Sicherheitsniveau

Die Ergebnisse zeigen auch, dass das Sicherheitsniveau der Autos hierzulande stabil auf hohem Niveau ist. "Das hohe Sicherheitsniveau ist nicht zuletzt ein Erfolg der Hauptuntersuchung (HU) sowie des gut funktionierenden Systems der Prüfstützpunkte mit Werkstätten und unabhängigen Prüforganisationen", sagte Jürgen Wolz, Mitglied der Geschäftsleitung der TÜV SÜD Auto Service GmbH. Auch sind immer mehr Fahrzeuge in einwandfreiem Zustand und ganz ohne Mängel unterwegs. Das unterstreicht die hohe Zahl der Fahrzeuge, die die HU auf Anhieb mängelfrei bestehen.

Die Beleuchtung führt weiterhin die Mängellisten an. Gut ein Fünftel der Fahrzeuge fällt hier mit Beanstandungen auf. Auffällig ist hier zudem eine leichte Verschlechterung beim Abblendlicht: 21,9 Prozent versus 19,7 Prozent beim TÜV Report 2017 – bemerkenswert vor allem vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung in der Lichttechnologie mit LED, Xenon und dem sogenannten Laserlicht in der Oberklasse.

Deutsche Modelle vorn

Der Sieg geht in diesem Jahr an den Mercedes SLK – bei einer durchschnittlichen Quote der erheblichen Mängel von 2,0 Prozent. Platz zwei geht an den VW Golf Sportsvan (Mängelquote 2,5), der in der aktuellen Untersuchung erstmals getrennt und in einer eigenen Klasse von den anderen Golfs betrachtet wurde. Platz drei teilen sich die Mercedes B-Klasse, im Vorjahr auf Platz zwei, und unverändert der Mercedes GLK.

In der Klasse "Mini" siegt der Opel Adam (3,8 Prozent). Bei den Kleinwagen belegt erneut der Mazda 2 (2,7 Prozent) den ersten Platz. In der Kompaktklasse liefert wieder die Mercedes A-Klasse die besten Werte (3,3 Prozent). In der Mittelklasse löst der Volvo V40 (3,0 Prozent) die Mercedes C-Klasse (3,4 Prozent) ab. Einen Wechsel gibt es such bei den Vans, Vorjahrssieger B-Klasse wird vom Gesamtzweiten Golf Sportsvan deplatziert und der Drittplatzierte Mercedes GLK bekommt auch in der Klasse „SUV“ den Zuschlag. 

Ein Blick aufs Tabellenende zeigt, dass die meisten Mängel beim HU-Debüt wieder der Kia Sportage mit einer Quote von 12,6 Prozent hat. Knapp davor landen der Fiat Punto (12,3 Prozent) und der Dacia Logan mit 12,2 Prozent. (dpa/asp)

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