Während sich im Pkw-Markt inzwischen für fast jedes Fahrprofil ein passendes E-Auto findet, hält sich bei Nutzfahrzeugkunden hartnäckig das Bild von kurzen Reichweiten, langen Ladepausen und hohen Preisen. Dabei hat die Technik im Nutzfahrzeugbereich erhebliche Fortschritte gemacht. Wie groß die mittlerweile sind, zeigt noch bis 20. September die IAA Transportation in Hannover.
Vor allem bei kleinen und mittelgroßen Transportern wächst die Auswahl von zudem antriebstechnisch deutlich gereifteren Modellen. Die IAA ist Bühne für über 150 Premieren. Schwerpunkt sind neue Stromer. Dazu gehört auch der neue Trafic E-Tech Electric von Renault. Der im Frühjahr 2027 in Deutschland startende Franzose basiert auf einer eigens für Elektrofahrzeuge entwickelten Plattform, mit der Renault erstmals auf eine 800-Volt-Architektur setzt. Mit 81-kWh-Batterie sind bis zu 470 Kilometer WLTP-Reichweite drin, im Stadtverkehr sogar rund 600 Kilometer.
Neue Elektroplattformen schaffen mehr Nutzwert
Elektroplattformen mit Akku im Unterboden und kompakten Antriebseinheiten bieten beste Voraussetzungen für raumeffiziente Aufbauten. Renault nennt für den neuen Trafic bis zu 5,8 Kubikmeter Ladevolumen und 1,25 Tonnen Nutzlast. Mit rund 1,90 Metern Höhe passt er zudem in viele Tiefgaragen.
Wie dynamisch sich der Markt entwickelt, zeigt auch Kia. Bereits auf der IAA Transportation 2024 präsentierten die Koreaner mehrere Studien ihrer neuen elektrischen Nutzfahrzeugfamilie PBV. Zwei Jahre später ist der kleinere PV5 bereits auf deutschen Straßen angekommen, während in Hannover der größere PV7 seine Weltpremiere feiert. Das bis zu 5,35 Meter lange Modell wird 2027 oberhalb des PV5 positioniert und richtet sich vor allem an Logistikunternehmen und Handwerksbetriebe. Dank eigener Elektroplattform, 800-Volt-Technik und einem Ladevolumen von bis zu acht Kubikmetern soll der PV7 ebenso vielseitig als Transporter wie später auch als Personen- oder Campingvariante einsetzbar sein.