Volkswagen war einer aktuellen Studie zufolge der einfallsreichste Autobauer 2007. Wie das Center of Automotive (CoA) auf Basis einer Analyse zur Innovationskraft der internationalen Autoindustrie mitteilte, steigerte der Wolfsburger Konzern seine Innovationsaktivitäten im Vergleich zu den Wettbewerbern im dritten Jahr in Folge. Platz zwei eroberte General Motors (GM) von Toyota, der eine rund 15 Prozent geringere Innovationsstärke als VW vorwies.
Der japanische Vorzeigekonzern musste sich in der Untersuchung damit erstmals mit Rang drei bescheiden. Laut CoA-Leiter Stefan Bratzel ist dies aber nicht auf eine Abnahme der F&E-Leistungen von Toyota zurückzuführen. Vielmehr hätten die Wettbewerber ihre Anstrengungen in höherem Maße verstärkt. Die Daimler AG kam 2007 mit einem Abstand von rund 20 Prozent zu VW auf Rang vier. Selbst ohne Chrysler hätten die Stuttgarter ihre Innovationsleistung gegenüber 2006 noch erhöht, hieß es. Die Top Fünf komplettierte BMW mit leichten Zuwächsen.
Nach quantitativer Betrachtung wies VW wie im Vorjahr die meisten Neuerungen unter den globalen Autokonzernen auf. Mit 55 Innovationen rangierte das Unternehmen vor GM, Ford und Toyota, die zwischen 46 und 51 Neuerungen generierten. Überdurchschnittlich viele Innovationen mit hohem technischen Innovationsgrad brachten wiederum Honda, Suzuki, Daimler sowie GM/Opel hervor (jeweils mehr als 50 Prozent).
Kreative Köpfe bei Toyota
Bei der Originalität der Innovationen war Toyota der Analyse zufolge mit 14 Weltneuheiten dominant. Nissan und Volkswagen sowie GM folgten knapp dahinter mit jeweils 13 bzw. elf Weltneuheiten, BMW und Daimler kamen im vergangenen Jahr auf je neun. Die meisten marktreifen Innovationen gab es bei Ford, GM und Volkswagen. Bei diesen Konzernen waren jeweils über 30 vorgestellte Neuerungen bereits 2007 bestellbar oder für 2008 angekündigt.
Innovationsführer unter den 63 ausgewerteten Automarken war BMW: Wie 2006 verwiesen die Münchner mit einem klaren Vorsprung von zehn Prozent Mercedes (plus zwei Ränge), Toyota sowie Volkswagen auf die Plätze. Bei der relativen Marken-Innovationsstärke – der Marken-Innovationsstärke pro Neuerung – lagen indes Honda und Mazda mit einer durchschnittlichen Innovationskraft pro Neuheit von 1,5 an der Spitze. Die höchste Marken-Innovationskraft mit einem Durchschnittswert von 2,5 besaß die Renault-Tochter Dacia, deren Billigautos Sandero und Logan MCV von den Experten hohe Bewertungen erhielten.
Das Center of Automotive der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach untersuchte zum dritten Mal die Innovationstrends und Innovationsleistungen der 18 globalen Autokonzerne. Grundlage der Studie sind über 1.500 fahrzeugtechnische Neuerungen, darunter allein rund 450 Innovationen des vergangenen Jahres, die einzeln nach technischen und marktbezogenen Innovationskriterien bewertet werden. (rp)
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