Schaeffler: Konzern legt Zahlen vor

01.09.2010 11:17 Uhr
Nach der Conti-Übernahme war Schaeffler am Rand des Ruins - nun kommt man mit großen Schritten aus der Krise.
© Foto: ddp / Timm Schamberger

Schaeffler hat lange niemanden in die Karten schauen lassen. Nun legt man erstmals eine Halbjahresbilanz vor: Der hoch verschuldete Zulieferer kommt wegen anziehender Auto-Konjunktur mit großen Schritten aus der Krise.

Die hoch verschuldete Schaeffler-Gruppe kommt dank der kräftig wachsenden Nachfrage aus der Autoindustrie mit großen Schritten aus der Krise. Allerdings belasten Sondereffekte aus der Übernahme des dreimal größeren Autozulieferers Continental noch immer deutlich das Ergebnis. Unter dem Strich steht für die ersten sechs Monate ein Verlust von 260 Millionen Euro, nachdem das Minus im ersten Halbjahr 2009 rund 625 Millionen Euro betragen hatte, wie das Familienunternehmen am Mittwoch mitteilte. Schaeffler legte nach der Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft erstmals Geschäftszahlen vor. Auf dem Unternehmen lastet nach dem Kauf von Conti ein gigantischer Schuldenberg von 5,9 Milliarden Euro. Zu Beginn des Jahres waren es noch rund 200 Millionen Euro mehr. "Unsere Finanzierungssituation hat sich im ersten Halbjahr deutlich entspannt. Wir werden in den nächsten Jahren unsere Nettoverschuldung weiter reduzieren", sagte Finanzvorstand Klaus Rosenfeld. Weitere Verbindlichkeiten in Milliardenhöhe liegen allerdings bei der übergeordneten Holding, auch Conti ist hoch verschuldet. Die neue Gesellschaftsform soll Schaeffler für Investoren interessanter machen, mit der Umwandlung muss das Unternehmen allerdings über wesentliche Kennzahlen informieren. "Das ist für unser Unternehmen sicherlich ein Novum", sagte Geschäftsführer Jürgen Geißinger. Die Schaeffler-Gruppe, die als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) firmiert, vereint die Marken LUK, INA und FAG unter ihrem Dach. Operativ konnte der Konzern deutlich zulegen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs deutlich von 108 auf 739 Millionen Euro, der Umsatz kletterte bis Ende Juni um mehr als 30 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. (dpa)

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