Schaeffler/Conti: Mehr Transparenz gefordert

12.10.2009 03:11 Uhr
Bei der Zusammenführung des operativen Geschäfts von Schaeffler mit Continental sind offenbar noch viele Fragen offen.
© Foto: ddp / Timm Schamberger / Jochen Luebke / asp Montage

Insbesondere bei der offenbar anstehenden Zusammenführung des operativen Geschäfts mit Continental seien noch viele Fragen offen, beklagt der Schaeffler-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Norbert Lenhard. Unterdessen hat Continental Erwartungen bei seinem Reifengeschäft gedämpft.

Die IG Metall fordert vom Management beim Autozulieferer Schaeffler mehr Offenheit. "Wir erwarten mehr Transparenz, was die Unternehmensentscheidungen angeht, und dass die Arbeitnehmerbelange stärker zur Geltung kommen", sagte der Schaeffler-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Norbert Lenhard am Montag in Schweinfurt. Insbesondere bei der offenbar anstehenden Zusammenführung des operativen Geschäfts mit dem früheren Konkurrenten Continental seien noch viele Fragen offen. "Wir wissen noch gar nicht, was das im Einzelnen bedeutet", betonte Lenhard. "Es ist nach wie vor ein Hängezustand. Entscheidend ist das Jahr 2010, weil dann die Zusammenfügung über die Bühne gehen soll", erläuterte der Betriebsratsvorsitzende. Er hofft auf den baldigen Start des vereinbarten "Gemeinsamen Ausschusses" bei Schaeffler, in dem erstmals auch Arbeitnehmer vertreten sein sollen. Bereits jetzt habe es aber tiefgreifende Änderungen bei dem Herzogenauracher Unternehmen gegeben, schilderte Lenhard. "Schaeffler war bis letztes Jahr ein ganz klassisches Familienunternehmen. Jetzt, mit der Übernahme der Conti-Mehrheit, geht es Schritt für Schritt in Richtung Kapitalunternehmen." Unterdessen hat Continental Erwartungen bei seinem Reifengeschäft gedämpft. "Wir rechnen im Reifenjahr 2010 nicht mit einem signifikanten Aufschwung gegenüber 2009, sondern nur mit einem Plus im Erstausrüster- und Ersatzteilgeschäft von ein bis zwei Prozent", sagte der neue Chef der Pkw-Reifensparte, Nikolai Setzer, dem "Handelsblatt" (Montag). Das Volumen des Reifenmarkts vor der Krise werde mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vor 2013 wieder erreicht. Die eingebrochene Nachfrage nach neuen Autos hatte auch Contis Geschäft mit Pkw-Reifen verhagelt. Conti hatte mit harten Einschnitten reagiert. (dpa)

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