Reparaturdaten: EU-Kommission stärkt Freie Werkstätten

14.09.2007 15:39 Uhr
Neelie Kroes hat mit DaimlerChrysler auch einen deutschen Konzern gemaßregelt.
© Foto: ddp / Berthold Stadler

Wettbewerbskommissarin verpflichtet vier Hersteller zur Bereitstellung technischer Informationen

Die EU-Kommission hat heute die vier Autohersteller Toyota, DaimlerChrysler, General Motors und Fiat verpflichtet, alle technischen Informationen zu ihren Modellen auch Freien Werkstätten zur Verfügung zu stellen. "Der Wettbewerb zwischen den Reparaturbetrieben wird zu geringeren Arbeitskosten und günstigeren Ersatzteilpreisen führen, was letztlich dem Verbraucher zugute kommt", sagte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Freitag in Brüssel. Vollständige technische Daten seien für Freie Werkstätten aber auch deshalb wichtig, um die Fahrzeuge entsprechend der Sicherheits- und Umweltanforderungen zu reparieren. Die von den Herstellern eingegangenen Verpflichtungen gelten nach den Angaben bis 2010. Dann tritt eine Verordnung in Kraft, die die Hersteller grundsätzlich verpflichtet, unabhängige Betriebe zu informieren. Allerdings soll nach den Worten Brüssels bereits die heutige Entscheidung "Hersteller anderer Marken dazu veranlassen, die Art und Weise, wie sie ihre technischen Informationen bereitstellen, genauer unter die Lupe zu nehmen". Die Kommission hatte ihre Entscheidung bereits im vergangenen März angekündigt. Damals hatten die vier Hersteller eine Verpflichtung abgegeben, sämtliche für die Instandhaltung und Wartung erforderlichen technischen Informationen, Werkzeuge und Geräte nebst einschlägiger Software sowie fachlichen Unterweisungen auch für vertragsfreie Betriebe via Internet bereit zu stellen. Die Wettbewerbshüter hatten daraufhin die Branche aufgefordert, die Qualität dieser Daten zu beurteilen und im Falle einer positiven Resonanz die Verpflichtungen für gesetzlich bindend zu erklären (wir berichteten). Die Kommission hob hervor, dass freie Betriebe für die Verbraucher sehr wichtig seien, weil sie den Wettbewerbsdruck auf Vertragswerkstätten hochhielten. "So hat eine 2004 erstellte Studie ergeben, dass die Preise der Vertragswerkstätten in Deutschland 16 Prozent über denen unabhängiger Reparaturbetriebe liegen", sagte ein Sprecher. In Großbritannien seien die Preise für einen Standardservice bei vertraglich gebundenen Betrieben um bis zu 120 Prozent höher. (dpa/ng)

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