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Online-Handel: Autoscout24 verkauft ab sofort selbst Autos

Wer will, kann seinen Gebrauchten künftig auch direkt bei Autoscout24 online kaufen. 
© Foto: Autoscout24

Kunden können auf der Gebrauchtwagenbörse Autos seit heute direkt online kaufen. Anders als bei der Konkurrenz ist der Handel dabei aber im Hintergrund mit von der Partie.


Datum:
15.09.2021
Autor:
Armin Wutzer
Lesezeit: 
5 min
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Die Fahrzeugbörse Autoscout24 hat heute eine neue Online-Kauffunktion namens "Autoscout24 Smyle" aktiviert. Kunden können dabei Gebrauchtwagen ohne Umweg über den Händler vollständig digital von der Plattform kaufen. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Auto1 oder Cinch verkauft Autoscout24 allerdings keine Autos aus eigenen Beständen, sondern ausschließlich Fahrzeuge, die Händler der Plattform explizit zur Direktvermarktung bereitgestellt haben. "Wir sind keine Konkurrenz, sondern Partner des Handels", betonte Felix Frank, Chief Commercial Officer bei Autoscout24 im Gespräch mit AUTOHAUS.

Smyle soll es jedem Händler erlauben, Fahrzeuge ohne Mehraufwand vollständig digital zu verkaufen. Vertragspartner des Endkunden ist dabei Autoscout24 selbst: In dem Moment, in dem der Kunde den Kaufvertrag abschließt, kauft die GW-Börse das Fahrzeug dem Händler ab und verkauft es an den Kunden weiter. Der Händler selbst macht somit ein B2B-Geschäft mit Autoscout24 und tritt gegenüber dem Käufer in keinster Weise in Erscheinung. "Wir werden zum Kunden des Autohändlers", sagte Frank.

Autoscout24 trägt alle Risiken

Für den Handel hat das den Vorteil, dass seine Pflichten gegenüber dem Endkunden im Hinblick auf Logistik, Garantie, Gewährleistung, Rücktritt, Widerruf und Kundenservice an Autoscout24 übergehen. Gibt also ein Kunde sein Auto nach zehn Tagen zurück, geht dieses wieder an die Online-Plattform. Diese trägt somit den Wertverlust und muss sich um die Wiedervermarktung kümmern. Die soll vorerst aber nicht über die Gebrauchtwagenbörse selbst, sondern ausschließlich B2B an Händler oder via Auktion erfolgen.

Entscheidet sich ein Kunde zum Kauf, verspricht Autoscout24, den vollständigen, vorab vom Händler festgelegten Kaufpreis binnen 24 Stunden auf das Konto des Autohauses zu überweisen. Autoscout24 wiederum kassiert für jede abgeschlossene Transaktion eine erfolgsbasierte Provision im – nach eigenen Angaben – "mittleren dreistelligen Bereich". Diese wird jeweils am Ende des Monats gesammelt abgerechnet. "Unterm Strich wird sich das im Vergleich zu den klassischen Anzeigen für unsere Händler lohnen", so Frank. Denn neben den Garantiekosten würden künftig auch personalintensive Preisverhandlungen und Rabatte entfallen.

Start mit zwanzig Händlern

Zielgruppe des neuen Angebots sind nach Aussage von Frank vor allem kleine und mittlere Händler, die selbst nicht die Ressourcen haben, Fahrzeuge deutschlandweit online zu vermarkten. Mittelfristig schätzt er das Potenzial des neuen Angebots auf zehn bis zwanzig Prozent aller auf der Plattform vermarkteten Fahrzeuge. Konkretere Zahlen zu den angestrebten Verkaufszahlen im diesen und nächsten Jahr wollte er nicht nennen.

Felix Frank, Chief Commercial Officer bei Autoscout24.
© Foto: Autoscout24

Zum Start arbeitet Autoscout24 mit 20 Händlern zusammen, die rund 1.000 Autos anbieten. Weitere Händler sollen sukzessive angeschlossen werden – wer interessiert ist, kann sich ab sofort zur Freischaltung vormerken lassen. Voraussetzung, um ein Fahrzeug für den Direktkauf freizuschalten, ist aber, dass dieses maximal fünf Jahre alt ist und nicht mehr als 40.000 Kilometer Laufleistung aufweist. Darüber hinaus prüft eine Künstliche Intelligenz, ob das vorliegende Bildmaterial den Kriterien für eine ansprechende Präsentation genügt und der vom Händler aufgerufene Verkaufspreis innerhalb einer akzeptablen Spanne liegt.

Nicht jedes Auto und (noch) nicht jeder Händler

Darüber hinaus muss der Händler alle relevanten Gebrauchsspuren fotografisch dokumentieren und zusichern, das Fahrzeug einem 25 Punkte starken Prüfkatalog zu unterziehen. Weiterhin muss er garantieren, dass alle Fahrzeuge, die zum Online-Kauf angeboten werden, noch nicht verkauft oder reserviert sind. "Wenn ein Kunde auf 'Kaufen' klickt, muss gewährleistet sein, dass er das Fahrzeug auch bekommt", unterstrich Frank.

Und so funktioniert "Autoscout24 Smyle" aus Kundensicht: Sucht ein Interessent nach einem Fahrzeug, findet er in den Suchergebnissen neben den herkömmlichen Inseraten ab sofort auch Autos die er direkt kaufen kann. Entscheidet er sich für ein Modell, muss er nur noch die Bezahlart auswählen, einen Account erstellen, seine Daten eingeben und auf "Kaufen" klicken. Innerhalb von zehn Minuten sei der Kaufprozess abgeschlossen, sagte Frank. "Das ist so einfach wie ein Buch bei Amazon zu kaufen."

Garantie, Zulassung und Lieferung inklusive

Neben der bei Online-Käufen üblichen 14-tägigen Rückgabefrist gewährt Autoscout24 dabei standardmäßig eine zwölfmonatige Garantie inklusive Pannenservice, kostenlose Zulassung und Lieferung vor die Haustüre sowie für den ersten Monat eine kostenlose Haftpflicht und Vollkaskoversicherung von Axa. Bei der Bezahlung ist vorerst nur Barkauf möglich, in Kürze soll jedoch auch eine Finanzierungsmöglichkeit folgen. Partner ist hier die Santander Bank. Perspektivisch ist auch die Zahlung per PayPal angedacht.

Die Haustürlieferung erfolgt übrigens in Eigenregie. Dazu hat Autoscout24 drei Logistikzentren aufgebaut, von denen aus die Auslieferung erfolgt. Dort wird zudem stichprobenartig geprüft, ob die Händler sich an das Prüfprotokoll gehalten haben und alle Mängel dokumentiert wurden. Wo diese Zentren genau liegen, wollte Frank derzeit allerdings noch geheim halten.

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