Das System senkt laut Mahle den Energieaufwand für die Innenraumheizung im Vergleich zu konventionellen Abluftsystemen um rund 20 Prozent. In Tests mit einem Elektrofahrzeug der Mittelklasse konnte unter Winterbedingungen (Außentemperatur minus 7 °C, Innenraumtemperatur 20 °C) eine Reichweitenverlängerung von knapp zehn Kilometern pro Batterieladung erzielt werden.
Technisch basiert das System auf der Nutzung der Abluft aus dem Fahrzeuginnenraum. Die beim Verlassen des Fahrzeugs abgeführte Luft gibt ihre Wärme über den Verdampfer der Klimaanlage an das Kältemittel ab. Diese Energie wird anschließend genutzt, um die angesaugte Frischluft vorzuwärmen, bevor sie in den Innenraum gelangt. Dadurch reduziert sich der Heizleistungsbedarf bei winterlichen Temperaturen.
Laut Mahle hat das Wärmerückgewinnungssystem keinen negativen Einfluss auf Luftströmung oder Geräuschverhalten der Klimaanlage. Gleichzeitig soll durch die kontinuierliche Zufuhr von Frischluft eine gleichbleibend hohe Innenraumluftqualität gewährleistet und die Gefahr beschlagener Scheiben verringert werden.
Das System ist modular aufgebaut und kann nach Angaben des Herstellers ohne größere Anpassungen in bestehende Fahrzeugarchitekturen integriert werden. Das aktuelle Layout ist für das Kältemittel R1234yf ausgelegt, soll sich jedoch mit geringem Aufwand auf alternative Kältemittel anpassen lassen.
Mahle verweist in diesem Zusammenhang auf frühere Entwicklungen im Bereich der Innenraum-Wärmerückgewinnung. Bereits Anfang der 1990er-Jahre hatte das Unternehmen mit dem sogenannten "Economizer" ein entsprechendes Konzept für Pkw und Nutzfahrzeuge vorgestellt.