In den USA ist das Fernstarten des Automotors vielerorts Standard. So kann man von der Couch oder der Supermarktkasse aus schon mal die Klimaanlage des Fahrzeugs vorarbeiten lassen. Oder in der kalten Jahreszeit eben die Heizung. In Deutschland ist das nicht ganz so einfach, wie sich am Fall von Toyota nun gezeigt hat.
Der japanische Autohersteller musste nun die per App gesteuerte Vorklimatisierungs-Funktion diverser Hybrid- und Verbrennerfahrzeuge auf dem deutschen Markt deaktivieren. Diese nutzte den Verbrennungsmotor zur Energieversorgung von Klimaanlage beziehungsweise Heizung. Das Problem: In Deutschland verbietet Paragraph 30 der Straßenverkehrsordnung unnötigen Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen. „Insbesondere“ ist es verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen. Dazu zählt übelicherweise auch das "Auftauen" oder "Enteisen" des stehenden Autos im Winter.
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Auch das Vorklimatisieren bei Toyota kann man so bewerten. Der Autohersteller zumindest tut das: "Für den deutschen Markt sehen wir aufgrund der derzeitigen Rechtslage keine Möglichkeit mehr, die Funktion aufrechtzuerhalten", heißt es in einem Schreiben an die Händler der Marke. Hintergrund für die Entscheidung dürfte auch eine aktuell in Deutschland diskutierte Gesetzes änderung sein, die Emissionsregeln für die Industrie verschärft. Möglicherweise könnten dann Autohersteller für Fernstart-Funktionen haftbar gemacht werden. Weiter verfügbar bleibt die Funktion jedoch bei E-Modellen und Plug-in-Hybriden. Dort wird die Klimaanlage aus der dort vergleichsweise großen Traktionsbatterie mit Energie versorgt.
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Andere Autohersteller sehen die Situation anders. Laut der US-Marke Ford etwa „kann die Fernstart-Funktion legal in allen europäischen Märkten genutzt werden. Der Nutzer muss verantwortungsbewusst mit der Funktion umgehen und wissen, was in der jeweiligen Situation zulässig und vernünftig ist.“ Anders BMW: „Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist "Remote Engine Start" derzeit ausschließlich in folgenden Ländern verfügbar: Australien, China, Indien, Indonesien, Japan, Kanada, Malaysia, Neuseeland, Südafrika, Südkorea, Taiwan, Thailand, USA“, heißt es auf der Kunden-Website des Unternehmens.
Wollen kälteempfindliche Kunden in Deutschland dauerhaft auf der warmen Seite sein, sollten sie ein E- oder Hybridauto wählen. Alternativ lässt sich in fast jedes Auto eine Standheizung nachträglich einbauen. Sie nutzt nicht den Verbrennungsmotor, sondern einen separaten kleinen Brenner, der den Wasserkreislauf erhitzt. Kühlen im Sommer ist allerdings nicht möglich.