Auch Elektroautos schleppen noch eine klassische Bordnetzbatterie mit sich herum. Der chinesische Autobauer Leapmotor will sie künftig abschaffen und ihre Aufgabe der großen Traktionsbatterie übertragen. Premiere soll die "CTC 3.0 High-Low Fusion Battery" genannte Technik 2027 feiern.
Üblicherweise besitzen Elektroautos neben der meist mit rund 400 oder 800 Volt arbeitenden Traktionsbatterie noch die klassische 12-Volt-"Starterbatterie". Sie muss zwar keinen Verbrennungsmotor mehr in Bewegung versetzen, versorgt aber unter anderem Steuergeräte, Beleuchtung, Scheibenwischer und Sicherheitssysteme. Wichtig ist sie auch, um das Hochvoltsystem beim Fahrzeugstart überhaupt erst hochzufahren.
Leapmotor integriert diese Funktionen künftig in den großen Fahrzeugakku. Hoch- und Niedervoltversorgung sollen dabei dieselben Zellen und Module sowie ein gemeinsames Thermomanagement und die Energieverteilung nutzen.
Weniger Bauteile, geringere Wartung
Der Hersteller verspricht sich von der Technik unter anderem weniger Bauteile und einen geringeren Wartungsaufwand. Vor allem entfällt der Austausch einer alternden Bordnetzbatterie. Das könnte auch für die Zuverlässigkeit interessant sein: Laut ADAC zählten 2025 Probleme mit der 12-Volt-Batterie auch bei E-Autos zu den häufigsten Pannenursachen.
Bei den Details zu der Technik ist Leapmotor aber noch zurückhaltend, nennt bislang weder konkrete Gewichts- und Kosteneinsparungen noch Einzelheiten dazu, wie das Bordnetz bei abgeschaltetem oder gestörtem Hochvoltsystem redundant versorgt wird. Gerade diese Sicherheits- und Ausfallsicherung ist bislang ein wichtiger Grund für den separaten Bordnetz-Akku.