Kfz-Gewerbe Hessen: Zwischen Umbruch und Zuversicht

28.04.2026 08:35 Uhr | Lesezeit: 3 min
V.l.n.r.: Joachim Kuhn, Thorsten Krämer, Michael Kraft und Jürgen Hasler
V.l.n.r.: Joachim Kuhn, Thorsten Krämer, Michael Kraft und Jürgen Hasler
© Foto: Kfz-Gewerbe Hessen

Der Landesverband Hessen des Kfz-Gewerbes diskutiert auf seiner Mitgliederversammlung die Lage der Branche. Im Fokus stehen Mobilitätswende, Ausbildung und die wachsenden Anforderungen an die Betriebe.

Der Markt bleibt schwierig, der Veränderungsdruck hoch – dennoch blickt das hessische Kfz-Gewerbe vorsichtig optimistisch nach vorn. Auf der Mitgliederversammlung des Landesverbands in Brombachtal stand am vergangenen Freitag der Blick auf das Autojahr 2026 im Zeichen von Mobilitätswende, Ausbildung und betrieblicher Resilienz.

Verbandspräsident Michael Kraft begrüßte die Teilnehmenden gemeinsam mit der gastgebenden Innung Dieburg‑Odenwaldkreis, vertreten durch Obermeister Johannes Spieß. Auch die regionale Politik war vertreten: Der Landrat des Odenwaldkreises, Frank Matiaske, richtete ein Grußwort an die Versammlung.

Kraft zeichnete in seinem Bericht ein differenziertes Bild der Marktlage. Der Automobilmarkt befinde sich weiterhin in einem tiefgreifenden Umbruch, im vergangenen Jahr hätten jedoch spürbare Wachstumsimpulse gefehlt. Als zentraler Treiber bleibe die Elektromobilität. "Wenn ein Bundesland wie Hessen in einem Jahr fast 60.000 Verbrenner-Neuzulassungen einbüßt, dann müssen wir nicht lange nach Ursachen suchen. Es ist die Mobilitätswende", so Kraft. Trotz der Herausforderungen blicke der Landesverband mit Zuversicht auf das Autojahr 2026, nicht zuletzt aufgrund stabiler und teils steigender Ausbildungszahlen im Kfz-Gewerbe. 

Im Anschluss stellte sich Jürgen Hasler, neuer Hauptgeschäftsführer des ZDK, den Mitgliedsbetrieben vor. Er erläuterte die aktuelle Agenda des Dachverbands, insbesondere vor dem Hintergrund der organisatorischen Trennung der gemeinsamen Geschäftsstelle von ZDK und ZVK bzw. Bundesinnungsverband (BIV).

Schadenmanagement und Cyberkriminalität

Einen juristischen Schwerpunkt setzte der Vortrag von Rechtsanwalt Joachim Otting, der über aktuelle Entwicklungen im Schadenmanagement informierte. Mit Blick auf zunehmende digitale Risiken zeigte Christian Stettner von der Nürnberger Versicherung auf, wie sich Betriebe wirksam gegen Cyberkriminalität absichern können.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit stand auf der Agenda. Laura Diegelmann und Roger Seidl zeigten neue Strategien und Projekte, darunter Workshop-Angebote sowie überarbeitete visuelle Konzepte für die Verbandskommunikation. Einen zentralen Stellenwert nahm zudem das Thema Berufsbildung ein. Joachim Kuhn und Thorsten Krämer berichteten über Ausbildungszahlen, Entwicklungen im Prüfungswesen sowie laufende Initiativen zur Berufsorientierung. 

Neuer Partner für das Finanzierungsgeschäft

Mit der Vorstellung der Bank11 als neuem Partner des Hessischen Kfz-Gewerbes wurde die Zusammenarbeit im Finanzierungsbereich ausgebaut. Key Account Managerin Ramona Richardt stellte das Engagement des Instituts vor. Ergänzend informierte Kim Backhaus von Roth Energie über alternative Kraftstoffe wie HVO100 und E20 und deren Bedeutung für die Branche. Technische und rechtliche Aspekte aktueller Regelungen, unter anderem rund um AÜK und StVZO, beleuchtete Technikreferent Thomas Klein. 

Bereits am Vorabend hatte der Landesverband verdiente Persönlichkeiten für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Obermeister Johannes Spieß sowie Ralf Baumgärnter, Hans Günther Vögler und Horst Püschel von der Kfz-Innung Dieburg‑Odenwaldkreis erhielten die Ehrennadel des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). 

Die nächste Mitgliederversammlung des hessischen Kfz-Landesverbands wird am 23. Oktober 2026 bei der Innung Marburg stattfinden. Es wird die 100. sein.


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