Cecra wird zu AME: Europas Kfz-Gewerbe stellt sich in Brüssel neu auf

01.04.2026 13:58 Uhr | Lesezeit: 3 min
AME ZDK CECRA Hasler Bartholome Daeninck Horent
V.l.n.r.: Jürgen Hasler, Hauptgeschäftsführer ZDK und Co-Präsident AME; Francis Bartholomé, Präsident Mobilians; Peter Daeninck, Präsident CECRA; Xavier Horent, Generaldirektor Mobilians und Co-Präsident AME
© Foto: ZDK

Die europäische Interessenvertretung des Kfz‑Gewerbes stellt sich neu auf. Automotive Mobility Europe übernimmt Cecra vollständig und wird zur zentralen Stimme von Handel, Werkstätten und Aftermarket auf EU‑Ebene.

Die europäische Branchenvertretung des Kfz‑Gewerbes wird neu organisiert. Automotive Mobility Europe (AME) hat den European Council for Motor Trades and Repairs (Cecra) vollständig übernommen. Damit endet Cecra nach rund 40 Jahren als eigenständiger Verband. AME tritt als Rechtsnachfolger auf und bündelt künftig die politischen Interessen des gesamten Kfz‑Gewerbes auf EU‑Ebene.

Eine Stimme für Handel, Werkstätten und Aftermarket

Mit der Übernahme positioniert sich AME als zentrale Interessenvertretung des automobilen Ökosystems in Brüssel. Vertreten werden Fahrzeughandel und Werkstätten, freie und markengebundene Betriebe sowie weitere Akteure des Aftermarkets. Ziel ist es, die Wahrnehmung des Kfz‑Gewerbes in der europäischen Politik zu schärfen und die Durchsetzungskraft gegenüber EU‑Institutionen zu erhöhen.

Nach Angaben des Verbands vertritt AME künftig die Interessen von rund 4,5 Millionen Beschäftigten im europäischen Kfz‑Gewerbe. Damit gehört die Organisation zu den größten Branchenvertretungen auf EU‑Ebene. Die Bündelung soll vor allem in Phasen tiefgreifender Transformation – etwa durch Elektrifizierung, Digitalisierung und neue Regulierungen – für mehr politisches Gewicht sorgen.

Positives Signal

"Die Umbrüche in unserer Branche sind tiefgreifend und beschleunigen sich weiter", erklärte Jürgen Hasler, Hauptgeschäftsführer des ZDK und Co‑Präsident von AME, am Mittwoch. Gerade deshalb brauche es eine geschlossene und durchsetzungsfähige Stimme in Brüssel, die sich für faire Wettbewerbsbedingungen einsetze. Die Bündelung der Interessen auf europäischer Ebene sei ein positives Signal für das Gewerbe.

Inhaltlich setzt AME auf praxisnahe und mittelstandsfreundliche Regulierung. Zentrale Themen sind faire Wettbewerbsbedingungen, Bürokratieabbau sowie der diskriminierungsfreie Zugang zu Fahrzeugdaten. Darüber hinaus will sich der Verband für nachhaltige Mobilität und die Stärkung von Reparatur‑ und Servicenetzen einsetzen – Bereiche, die für Autohandel und Werkstätten zunehmend entscheidend werden.

ZDK prägt Neuausrichtung mit

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) war Mitbegründer von Cecra und hat die europäische Interessenvertretung über Jahrzehnte begleitet. Mit AME soll nun eine schlagkräftigere Struktur entstehen, die den Transformationsprozess der Branche politisch stärker unterstützt und koordiniert. Deutschland bleibt damit ein wichtiger Akteur auf europäischer Ebene.

Neben den acht Gründungsmitgliedern von AME gehören durch die Übernahme von Cecra nun zwölf weitere nationale Verbände sowie drei europäische Autohandelsvertretungen dem Verband an. Die Führung übernehmen Jürgen Hasler (ZDK) und Xavier Horent (Mobilians) als Co‑Präsidenten. Der Verband wurde erst im vergangenen Jahr gegründet und gewinnt durch die Fusion deutlich an Gewicht.

Bedeutung für den Autohandel

Für Autohäuser und Werkstätten kann die Neuaufstellung an Bedeutung gewinnen. Viele Entscheidungen zu Datenzugang, Wettbewerbsrecht, Emissionsvorgaben oder Reparaturregeln werden auf EU‑Ebene getroffen. Eine stärkere Branchenvertretung erhöht die Chancen, die praktischen Auswirkungen solcher Vorgaben frühzeitig einzubringen und mitzugestalten.


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