Bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen treten Spannungsbereiche bis zu 1500 Volt auf. Daraus ergeben sich erhebliche Sicherheitsrisiken für Mitarbeiter. Daher gilt: Wer beruflich mit Hybrid- oder Elektrofahrzeugen umgeht, braucht die zur Tätigkeit passende Qualifizierung. Welche Unterweisung oder Qualifizierungsstufe erforderlich ist, richtet sich nach dem konkreten Tätigkeitsbereich und dem Gefährdungspotenzial, so wie es in der DGUV Information 209-093 festgelegt ist. Ein Vier-Stufenplan mit den Stufen S, 1S, 2S und 3S regelt, welche Qualifizierung notwendig ist.
Für Kfz-Betriebe sind je nach Tätigkeitsprofil alle vier Stufen relevant. Die TÜV SÜD Akademie setzt in ihrem Schulungsangebot auf ein modulares System, das sich an den Anforderungen der Praxis orientiert: von E-Learning und Live-Online-Angeboten in der Sensibilisierung und Theorie bis hin zum verpflichtenden Praxisteil in höheren Qualifikationsstufen. An den derzeit sechs Präsenzstandorten stehen HV-Fahrzeuge, Batterien, Simulatoren, Messgeräte und die erforderliche persönliche Schutzausrüstung für eine praxisnahe Ausbildung zur Verfügung.
Das E-Auto fahren, Kühlwasser befüllen, das Fahrzeug an die Wallbox anschließen oder eine Innenreinigung durchführen - selbst bei einfachen Arbeiten an Hybrid- und Elektrofahrzeugen gilt: Nur "sensibilisierte Personen" dürfen Hand anlegen. Sensibilisiert ist, wer für das Arbeiten an Stromern nach entsprechendem Tätigkeitsprofil unterwiesen ist. Die Unterweisung der Stufe S kann zwar intern erfolgen, muss jedoch von einer fachkundig unterwiesenen Person" (FuP) durchgeführt und entsprechend dokumentiert werden. Das E-Learning-Modul HV-Schulung Stufe S ist eine nachweissichere Alternative zur internen Unterweisung. Der Vorteil: Die Unterweisung kann orts- und zeitunabhängig erfolgen.
Hochvolt-Schulung Stufe 1 S
Sobald Mitarbeiter am Fahrzeug mehr tun sollen, ist eine Hochvolt-Schulung Stufe 1 S erforderlich. Nur "fachkundig unterwiesenen Personen" (FuP) oder höher qualifizierten Mitarbeitern dürfen Service- und Reparaturarbeiten an einem Fahrzeug mit Hochvoltanlage durchführen, die das HV-System nicht unmittelbar betreffen. Eine FuP darf unter anderem Karosseriearbeiten durchführen, Öl- oder Radwechsel vornehmen oder am konventionellen 12-Volt-Bordnetz arbeiten.
Die Fachkunde nach 2S besitzen bereits alle Kfz-Mechatronikberufe mit den Schwerpunkten Personenkraftwagen-, Nutzfahrzeug-, Motorrad- und Karosserietechnik, die nach der neuen Ausbildungsverordnung von 2013 ausgebildet wurden. Mit der Qualifizierungsstufe 2S sind selbstständige Arbeiten am gesamten Fahrzeug erlaubt, inklusive Hochvoltsystem. Das Fahrzeug muss spannungsfrei geschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert sein. Die TÜV SÜD Akademie bietet dafür Schulungen mit Theorie- und Praxismodul. Das Besondere: Das Schulungsangebot gibt es differenziert nach unterschiedlichen Ausbildungsniveaus der Teilnehmer. Je nach beruflicher Vorbildung findet damit jeder für sich den passenden Einstieg.
Für viele Kfz-Betriebe ist die Stufe 2S die wichtigste HV-Qualifikation, weil sie die meisten Arbeiten am spannungsfrei geschalteten Hochvoltsystem abdeckt. Die Stufe 3S ist darüber hinaus für Spezialfälle wie Fehlersuche und Arbeiten unter Spannung relevant. Je nach Format schließen die Schulungen mit einer Teilnahmebescheinigung oder einem Zertifikat ab. Entscheidend ist: Theorie und Praxis gehören zusammen. Gerade bei höheren Qualifikationsstufen entsteht die belastbare Fachkunde erst durch das Zusammenspiel beider Aspekte.
Alle Infos unter: www.tuvsud.com/akademie/kfz-werkstaetten