Reifenservice: Räder richtig wuchten

17.06.2026 08:04 Uhr | Lesezeit: 2 min
Räder richtig wuchten TÜV SÜD
Wer den Reifenwechsel in der Werkstatt machen lässt, bekommt dafür eine Rechnung mit Aufschlüsselung der Posten.
© Foto: TÜV SÜD

Wuchten beim Reifenwechsel ist kein Luxus, sondern Sicherheitsfaktor: Schon kleine Unwuchten können bei höherem Tempo spürbare Vibrationen verursachen und Fahrwerk, Reifen sowie Komfort belasten. Warum Autofahrer beim saisonalen Räderwechsel nicht am Auswuchten sparen sollten – und wann sogar Feinwuchten nötig wird.

Wer den Reifenwechsel in der Werkstatt machen lässt, bekommt dafür eine Rechnung mit Aufschlüsselung der Posten: Neben den Reifen und Rädern, bei neuen Fahrzeugen auch Reifendrucksensoren, tauchen auf der Rechnung in der Regel Kostenpositionen für die Demontage und Montage der neuen Räder am Fahrzeug sowie das Auswuchten auf. "Mancher Autobesitzer meint bei der letztgenannten Arbeitsposition sparen zu können", schildert Stefan Dittmar von TÜV SÜD seine Beobachtungen, "doch das ist grundverkehrt."

Sein Argument: Ein korrekt rundlaufendes Rad ist wichtig für Fahrsicherheit und -komfort. "Eine Unwucht ist nichts anderes als ein Ungleichgewicht am Rad", erklärt der TÜV SÜD-Fachmann. Und dafür könne es viele Ursachen geben. Aber ganz gleich aus welchem Grund, bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde zerren bei einer Unwucht von nur zehn Gramm schon 2,5 Kilogramm am Rad. "Es gibt mehrere Anzeichen, die auf eine Unwucht hindeuten", erläutert Dittmar: "Mal ist es ein Vibrieren des Lenkrads bei bestimmten Geschwindigkeiten, oftmals bei Tempo 120; oder kaum mehr wahrnehmbare Vibrationen im Fußraum bei Fahrzeugen mit elektrischer und damit entkoppelter Lenkung."


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Um die Unwucht auszugleichen, werden kleine Gewichte an die Felge geklemmt oder geklebt. Spätestens bei den ersten Anzeichen einer Unwucht ist das Fachwissen einer Werkstatt gefragt. "Dabei empfiehlt es sich, auch andere Fahrwerkskomponenten zu überprüfen, um auszuschließen, dass die Unwucht bereits Schäden verursacht hat", rät der TÜV SÜD-Fachmann. Auch wer den Verlust eines Gegengewichts bemerkt, sollte seine Reifen neu auswuchten lassen.

Mitunter aber bringt normales Auswuchten nicht den gewünschten Erfolg, schildert Dittmar seine Erfahrungen. Nach dem Auswuchten können sich trotz der jetzt laufruhigen Räder im realen Fahrbetrieb noch Vibrationen bemerkbar machen. Denn mögliche Ungleichgewichte, ausgehend von Brems­scheiben, -trommeln oder Radnabe werden an der Wuchtmaschine nicht berücksichtigt. Hier kommt dann das sogenannte Feinwuchten ins Spiel. "Dabei bleiben die Räder montiert, das elektronische Messgerät erfasst nicht nur eventuelle Unwuchten an Rad oder Felge, sondern ebenso Unkorrektheiten an Brems­scheiben oder -trommeln und der Aufhängung", skizziert der TÜV SÜD-Fachmann die Inspektion.

Wenn der saisonale Reifenwechsel in der Werkstatt durchgeführt wird, sollte das normale Wuchten in der Regel im Preis inbegriffen sein. Wenn das Angebot "Reifen fertig montiert" lautet, kann der Kunde in jedem Fall erwarten, dass neben den Kosten für die Montage dann auch das Wuchten im Preis inbegriffen ist.


Fragen an ...

Was sind die häufigsten Fehler beim Wuchten?

Es muss zwischen Klammer- und Klebegewichten beim Wuchten unterschieden werden. Bei Klammergewichten sind die richtigen Klammern für Leichtmetall- bzw. Stahlräder zu setzen. Bei Klebegewichten ist vor dem Kleben zu kontrollieren, wo sich die Wuchtspur am Rad befindet. Wichtig ist ein sicherer Halt auch bei hohen Geschwindigkeiten: Klebegewichte dürfen daher nur auf gründlich gereinigten, ebenen Flächen vollflächig geklebt werden.

Wann ist noch ein Feinwuchten notwendig?

Das ist aus meiner Sicht nur dann notwendig, wenn trotz erfolgter Wuchtung und auszuschließender Ungleichförmigkeit des Reifens im Fahrbetrieb kein befriedigender Zustand erreicht wird. Dazu muss man wissen: Ungleichgewichte können auch durch Bremsscheiben, -trommeln oder die Radnabe verursacht werden. Diese Faktoren werden an der Wuchtmaschine nicht berücksichtigt. Dann muss der Lauf des Rades im montierten Zustand elek­tronisch geprüft werden.

Worauf muss beim Feinwuchten geachtet werden?

Vor der Wuchtung müssen andere Einflüsse wie Ungleichförmigkeiten am Reifen, Beschädigungen am Radmittelloch sowie am Felgenbett ausgeschlossen werden können.




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