E10-Streit: Biokraftstoffindustrie kritisiert ADAC

03.07.2009 11:55 Uhr
Der Streit um die E10-Verträglichkeit flammt neu auf.
© Foto: Avia

Der Streit um die Verträglichkeit des mit zehn Prozent Ethanol versetzten Ottokraftstoffs E10 ist wieder aufgeflammt. Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie kritisiert den Club für seine "undifferenzierte Warnung" vor der Spritsorte.

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) hat den ADAC jetzt in scharfer Form für seine angeblich "undifferenzierte Warnung" vor dem Kraftstoff gerügt. "Der Club drängt deutsche Autofahrer mit seiner verfehlten Kampagne dazu, fossile Kraftstoffe zu tanken. Davon profitieren aber weder der Verbraucher noch die Umwelt“, sagte Johannes Lackmann, Geschäftsführer des VDB. Somit trage der Club mit dazu bei, dass der mit zehn Prozent Ethanol versetzte Ottokraftstoff E10 in Deutschland noch nicht angeboten werde, während in Frankreich und in den USA E10 "seit längerem problemlos genutzt" werde. Der ADAC hatte am Montag eine neue Freigabeliste der Hersteller zur E10-Tauglichkeit der Fahrzeuge veröffentlicht und Frankreich-Urlauber darauf hingewiesen, dass sie ihr Fahrzeug unter Umständen mit teurerem Super Plus betanken müssen, weil dies an einigen Stationen die einzige Sorte sein könnte, die mit einer unbedenklichen Fünf-Prozent-Beimischung von Ethanol angeboten wird. Während der VDB betonte, dass "alle deutschen Modelle E10 problemlos tanken können" (was aus der Freigabeliste nicht hervorgeht), erklärte der ADAC, dass es nach wie vor einen unverändert hohen Bestand von ca. drei Millionen im In- und Ausland produzierten Pkw und Motorrädern gebe, für die der E10-Kraftstoff nicht geeignet ist. Als die Diskussion 2008 erstmals aufflammte hatte es von einigen Herstellern widersprüchliche Angaben zur E10-Verträglichkeit ihrer Modelle gegeben (wir berichteten). Lackmann forderte den ADAC dagegen auf, seiner Rolle als Verbraucherorganisation gerecht zu werden und die schnelle Einführung "des günstigen und hochwertigen Kraftstoffs" in Deutschland zu unterstützen. (ng)

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