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"CarPass": Digitaler Datenausweis für Fahrzeuge

Der "CarPass" soll die Historie von Gebrauchtwagen lückenlos belegen.
© Foto: Car Information Services/sp-x/AHO-Montage

Das amerikanische "Carfax"-Vorbild zeigt, wie man die Historie eines Gebrauchtwagens schnell und einfach belegen kann. Nun kommt ein solches System auch nach Deutschland.


Datum:
06.09.2017
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Mit einem Klick die lückenlose Historie eines Autos abrufen können – das gibt es in Deutschland noch nicht. Anders in den USA: Dort bietet die Firma "Carfax" bereits seit 1981 einen entsprechenden Abrufservice an. Versuche, den Dokumentendienst auch hierzulande zu etablieren, scheiterten bisher am Datenschutzgesetz.

Mit der Anpassung der Datenschutzverordnung im Mai 2018 soll sich das ändern. Dann will die Car Information Services GmbH einen digitalen Datenausweis ("CarPass") für Kraftfahrzeuge starten, der in Einklang mit dem EU-Richtlinie 2014/45/EU zur Vermeidung von Tachomanipulationen steht. "Die Besonderheit an unserem System ist die Trennung der Daten von Fahrzeughalter und Fahrzeug. So kann jeder Nutzer sicher sein, dass personenbezogene Daten nicht an Dritte weitergegeben werden", erklärt Initiator und Entwickler Wolfram Stein.

Beim "CarPass" werden alle Kfz-bezogenen Daten digital verschlüsselt und in einem zusammengefassten Profil gespeichert. Hier werden die Kilometerstände abgespeichert – ebenso wie etwa die Zahl der Vorbesitzer, Service-Historien, Unfallschäden oder Wartungspläne. Der Zugriff soll für den Benutzer des Autos, aber auch für Behörden oder andere Organe, möglich sein. Internetzugang und einmaliges WebID- oder Postident-Verfahren reichen für einen Blick in die Geschichte des Fahrzeugs.

Wie die Bonner Firma betont, hat der eingetragene Halter stets die Datenhoheit. So bestimmt nur dieser darüber, ob Zugriff auf die digitale Fahrzeugakte gestattet ist und vor allem auch, wer Zugriff erhält. So kann es wichtig sein, der Stammwerkstatt Zugang zu gewähren, aber anderen nicht oder nur im Einzelfall. Die Datenübertragung für Händler, Servicewerkstätten und technische Einrichtungen erfolgt über eine standardisierte Schnittstelle, die für alle Dealer-Management-Systeme entwickelt wurde.

Damit der "CarPass" bundesweit verfügbar sein wird, braucht es noch Kooperationspartner. "Die Gespräche mit Partnern, die schon jetzt ein flächendeckendes Servicenetz anbieten, sind sehr weit fortgeschritten", sagt Stein. Womöglich gibt es nähere Informationen dazu bereits auf der IAA in Frankfurt, wo Car Information Services das System vorstellen will.

Das kostet der "CarPass"

Für den Halter ist der Eintrag der Fahrzeugdaten kostenlos. Das gilt auch für die Eingaben autorisierter Werkstätten, Prüfeinrichtungen oder anderer Partnerunternehmen. Privatpersonen zahlen 6,95 Euro für die Abfrage der Daten mittels Fahrzeug-Identifikations-Nummer (FIN) über www.car-pass.de. (rp/sp-x)

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