Der Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen im Kraftfahrzeugwesen (BVSK) hat auf dem 19. Kfz-Sachverständigentag in Potsdam den Einbau einer Black-Box in Kraftfahrzeuge angemahnt. Grund: In heutigen Fahrzeugen würde eine eigentlich sinnvolle Sicherheitstechnik wie beispielsweise der elektronische Bremsassistent die "exakte Rekonstruktion des Unfallhergangs" erschweren. Eine Black-Box hingegen könnte ähnlich wie ein Flugschreiber permanent Informationen sammeln und neben der Geschwindigkeit auch das Betätigen von Bremspedal oder Blinker registrieren, hieß es. Den Angaben zufolge könnte die Auswertung dieser Daten den Sachverständigen die Rekonstruktion einer Unfallursache erleichtern. Polizei, Juristen, Versicherungen und nicht zuletzt die Autofahrer würden davon profitieren, so der BVSK. In Verbindung mit einer Satelliten- oder Telefonkommunikation könnte die Black-Box sogar Informationen über die Schwere eines Unfalls automatisch an die Rettungskräfte übermitteln, so dass sich die Hilfe schneller und effektiver organisieren ließe. Neben den unabhängigen Kfz-Sachverständigen befürwortet deshalb auch der deutsche Verkehrsgerichtstag die Einführung eines Unfalldatenspeichers. In Einsatzfahrzeugen von Polizei und Rettungsdiensten werde bereits die zweite Generation dieser Geräte verwendet. Für den Einbau in Privatwagen fehle jedoch noch ein verpflichtendes Gesetz – und ein preisgünstiges Gerät, dessen Massenproduktion sich lohnen würde. (rp)
BVSK fordert Black-Box für das Auto
Speichergeräte sollen die exakte Rekonstruktion von Unfällen ermöglichen