Bildungsbericht: Stabile Zahlen im Kfz-Technikerhandwerk

24.11.2006 04:31 Uhr
Azubi
Nur noch 20 Prozent der Lehrlinge im Kfz-Handwerk brechen ihre Ausbildung ab.

Weniger Automobilkaufleute eingestellt / Abbruchquote ist rückläufig

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat den Berufsbildungsbericht 2006 vorgelegt. Die Entwicklung der neuen Ausbildungsverträge verlaufe in der Kfz-Branche demnach günstiger als im Gesamtmarkt, teilte das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) mit. Insgesamt ergebe sich im Markt für Ausbildungsstellen 2005 ein Rückgang um vier Prozent. Der Bericht weise aus, dass 2005 in Deutschland rund 550.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden, 22.800 Verträge weniger als im Vorjahr. Nach dem positiven Ergebnis 2004 habe sich damit die ungünstige Entwicklung der vergangenen Jahre wieder fortgesetzt. Im Kfz-Gewerbe dagegen seien die Neueinstellungen in den technisch geprägten Ausbildungsverhältnissen einschließlich des neuen Berufs Kfz-Servicemechaniker mit rund 21.300 Verträgen nahezu konstant. Die Steigerung im Beruf Automobilkaufmann um 6,9 Prozent im Jahr 2004 konnte 2005 nicht wiederholt werden. Insgesamt wurden mit rund 3.700 neuen Verträgen 3,8 Prozent weniger Automobilkaufleute eingestellt. Besonders erfreulich ist laut ZDK die erhebliche Verringerung der Abbruchquoten. Der Anteil vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge gehe in allen Bereichen zurück. Er sei im Kfz-Technikerhandwerk jedoch deutlich niedriger als im Handwerk allgemein. Während die Abbruchquote im Jahr 2000 noch bei 27 Prozent lag, beendeten 2005 nur noch 20 Prozent der Lehrlinge im Kfz-Handwerk ihr Ausbildungsverhältnis frühzeitig. Dabei habe der Ausbil¬dungsberuf Kfz-Mechatroniker mit einer Abbruchquote von 14,7 Prozent deutlich besser abgeschnitten als etwa Maler und Lackierer mit 36 Prozent. Die geringeren Abbruchquoten gingen einher mit einer besseren schulischen Vorbildung der Berufsbewerber. Etwa jeder zweite Berufsanfänger als Kfz-Mechatroniker verfüge über einen Abschluss, der mindestens der Mittleren Reife entspreche. Die Zahl außerbetrieblicher Ausbildungsverhältnisse sei nach wie vor steigend, ebenso die Zahl der potenziellen Berufsbewerber, die statt der dualen Ausbildung eine Ausbildung an einer weiterführenden Schule anstreben. In den letzten acht Jahren habe sich der Anteil der schulischen Berufsausbildung nahezu verdoppelt. Die beruflichen Pläne im Frühjahr 2004 von Abgängern allgemeinbildender Schulen zeigten, dass 60 Prozent der Realschüler an einer dualen Ausbildung interessiert waren, aber ein erheblicher und steigender Anteil auf weiterführende Schulen gehen wollte. Das duale System ist nach Auffassung des ZDK eine wichtige Basis für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Branche. (ab)

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