Autorechtstag 2026: ZDK und ZKF warnen vor Einfluss der Versicherer

17.03.2026 11:20 Uhr | Lesezeit: 3 min
ZDK-Meisterschild
Wenn Kostenkalkulationen diktieren, dass gebrauchte Teile verbaut werden, geraten Qualität, Sicherheit und Gewährleistung ins Hintertreffen, warnen ZDK und ZKF.
© Foto: ProMotor

Das deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) und der Branchenverband ZKF schlagen Alarm: Beim Deutschen Autorechtstag 2026 warnen die Branchenverbände vor wachsendem Einfluss der Versicherer auf Reparaturen. Die Botschaft: Über die richtige Reparatur entscheidet das Fachhandwerk, nicht die Versicherung.

Zum Autorechtstag 2026 in Bonn kritisieren der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und der Zentralverband Karosserie‑ und Fahrzeugtechnik (ZKF) eine zunehmende Einflussnahme der Versicherer auf Reparaturentscheidungen. Vor allem bei gebrauchten Ersatzteilen drohten Qualitätsrisiken und Einschränkungen der fachlichen Entscheidungsfreiheit. ZDK‑Präsident Thomas Peckruhn betont, dass die Wahl geeigneter Ersatzteile ausschließlich durch qualifizierte Fachbetriebe erfolgen müsse. "Es darf nicht sein, dass Versicherer faktisch vorgeben, welche Ersatzteile in einer Reparatur verbaut werden", sagt Peckruhn. Wirtschaftliche Vorgaben dürften nicht über technischen Standards stehen.

Werkstätten sehen hohen Aufwand und Risiken

ZKF‑Ehrenpräsident Peter Börner verweist auf den handwerklichen Aufwand bei der Aufbereitung gebrauchter Karosserieteile. Reinigung, Korrosionsschutz und Lackaufbau seien zwingende Schritte. Werden sie aufgrund von Kostendruck ausgelassen, könne dies Reparaturqualität und Verbraucherschutz beeinträchtigen. Besonders bei Karosserieteilen können höhere Lackschichtstärken nach Reparaturen zu späteren Missverständnissen führen – etwa bei Leasingrückgaben oder Fahrzeugbewertungen. Dies berge die Gefahr von Streitfällen und Wertverlusten. Die Verbände fordern klare technische Standards sowie dokumentierte Prüf- und Haftungsregeln.

Forderung nach politischer Klarstellung

ZDK und ZKF betonen, dass gebrauchte Teile grundsätzlich zur Ressourcenschonung beitragen können, die Entscheidung darüber aber bei den Werkstätten bleiben muss. "Nachhaltigkeit darf nicht zum Deckmantel werden, um Qualitäts‑ und Sicherheitsstandards im Reparaturmarkt auszuhöhlen", so Peckruhn. Politik und Regulierung müssten die Entscheidungsfreiheit der Betriebe schützen.


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