Unter dem Dach der Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung e. V. (IFL) haben die Spitzenverbände BFL, ZDK, ZKF, BIV und BVdP ein branchenspezifisches Online-Tool vorgestellt. Der "Zukunfts-Kompass Karosserie-, Lackier- & Fahrzeugtechnik" ermöglicht Betrieben des Kfz- und Fahrzeuglackierhandwerks die Erstellung eines strukturierten Nachhaltigkeitsberichts.
Hintergrund sind steigende Informationsanforderungen von Banken und berichtspflichtigen Großunternehmen. Zwar sind kleine und mittlere Unternehmen nicht unmittelbar zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet, in der Praxis werden entsprechende Angaben jedoch zunehmend eingefordert.
Reaktion auf EU-Vorgaben und Kreditpraxis
Die Europäische Union hat mit der Omnibus-Verordnung klargestellt, dass große Unternehmen von nicht berichtspflichtigen Betrieben maximal Informationen im Umfang des freiwilligen KMU-Standards VSME verlangen dürfen. Weitergehende Anfragen können zurückgewiesen werden. Das neue Tool soll Betrieben helfen, diese Anforderungen rechtssicher und mit überschaubarem Aufwand zu erfüllen. Das Tool enthält eine vorgeschaltete Checkliste, die über benötigte Daten informiert. Anschließend führen strukturierte Fragebögen Schritt für Schritt durch die Erhebung. Am Ende steht ein Bericht, der dem europäischen VSME-Standard entspricht.
Jährliche Fortschreibung vorgesehen
Der initiale Aufwand sei höher, da zunächst sämtliche Unternehmensdaten eingepflegt werden müssten, heißt es aus den Verbänden. In den Folgejahren beschränke sich die Arbeit auf die Aktualisierung zentraler Kennzahlen, etwa zu Energieverbrauch oder Emissionen.
Nach Angaben der Initiatoren berücksichtigt das Instrument neben klassischen Karosserie- und Lackierbetrieben auch Aufbauhersteller und Nutzfahrzeugbetriebe. Unterstützung bei Anwendung und Umsetzung bieten die Fachverbände sowie die Betriebsberater der Handwerkskammern.