Automobilindustrie: Magna will Opel "helfen"

30.04.2009 10:00 Uhr
Magna-Chef Frank Stronach zufolge verfüge Magna über ausreichend finanzielle Reserven für den Opel-Coup
© Foto: Magna

Der Autozulieferer Magna hat erstmals öffentlich Interesse am angeschlagenen Automobilbauer Opel bekundet. Neben dem italienischen Autobauer Fiat ist das kanadisch-österreichische Unternehmen ein weiterer chancenreicher Interessent.

Der Chef des Auto-Zulieferkonzerns Magna, Frank Stronach, hat erstmals öffentlich das Interesse seines Unternehmens am angeschlagenen Automobilbauer Opel erläutert. Es gehe ihm nicht um einen "Einstieg" in Rüsselsheim. Er wolle vielmehr "helfen", weil dies auch im Interesse seines Konzerns sei, sagte der 76-jährige Milliardär der in Graz erscheinenden "Kleinen Zeitung" (Online-Ausgabe/Mittwochabend). "Wir reden nicht von einem Einstieg, wir sagen, wir wollen helfen", betonte Stronach. "Wir beliefern Opel und es muss in unserem Interesse sein, dass es Opel gut geht." Magna sei für eine entsprechende Aktion finanziell gut aufgestellt. "Magna ist eine sehr gesunde Firma, wir haben ungefähr 1,5 Milliarden Dollar Bar- Reserven auf der Bank, da können wir ruhig in ein Geschäft hineingehen, ohne uns selbst zu gefährden", sagte Stronach, dessen Konzern in Deutschland allein mehr als 30 Werke hat. Opel will sich von seinem existenzbedrohten Mutterkonzern General Motors weitgehend lösen und sucht Investoren. Dabei ist der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna neben dem italienischen Autobauer Fiat ein chancenreicher Interessent. Die Bundesregierung fordert für mögliche Hilfen oder Bürgschaften allerdings von künftigen Investoren Garantien für Werke und Arbeitsplätze. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte berichtet, dass Magna ein "erstes interessantes Grobkonzept" für einen Einstieg bei Opel vorgelegt hat. In einem Zeitungsbericht hieß es, dass Magna mit russischen Partnern rund fünf Milliarden Euro zur Rettung von Opel aufbringen will. Arbeitsplatzgarantie ausgeschlossen Magna-Chef Stronach rechtfertigte die mögliche Beteiligung von russischen Unternehmen an der geplanten Transaktion. "Russland könnte dabei auch eine Rolle spielen, dadurch könnte sich Opel dort den Markt sichern. Mit unserem Wissen und unseren Fähigkeiten könnten wir da Koordinatoren sein, das würde auch Österreich zugute kommen", sagte er der Grazer Zeitung. Es freue ihn, dass innerhalb von Opel sowie in der Berliner Regierung seinem Vorschlag Präferenz eingeräumt werde, betonte Stronach: "Ja, ich glaube, das ist jetzt langsam durchgedrungen, dass wir nicht gewerkschaftsfeindlich sind." Eine Arbeitsplatzgarantie auch für Jobs in Österreich könne er nicht geben. "Wir machen uns alle Sorgen. Es gibt keine Arbeitsplatzsicherung, niemand kann das garantieren, keine Regierung, keine Gewerkschaft, keine Firma, niemand." Der Frankfurter IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild sprach sich unterdessen für einen vorläufigen Einstieg des Bundes und einiger Länder in eine neue Opel Europa AG aus. Dadurch könnte die Suche nach einem neuen Anteilseigner wesentlich ruhiger und effizienter organisiert werden als derzeit, sagte das Mitglied des Opel- Aufsichtsrats der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt. Derzeit werde jeder Interessent, der seinen Kopf aus dem Sand strecke, sofort öffentlich zerredet. In einem geordneten Bieterverfahren könne zudem ein höherer Preis für die Opel-Beteiligung erzielt werden, meinte der Metaller. Für den Staat werde sich der vorübergehende Einstieg so zu einem gewinnbringenden Geschäft entwickeln. (dpa)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


asp AUTO SERVICE PRAXIS Online ist der Internetdienst für den Werkstattprofi. Neben tagesaktuellen Nachrichten mit besonderem Fokus auf die Bereiche Werkstatttechnik und Aftersales enthält die Seite eine Datenbank zum Thema RÜCKRUFE. Im neuen Bereich AUTOMOBILE bekommt der Werkstatt-Profi einen Überblick über die wichtigsten Automarken und Automodelle mit allen Nachrichten, Bildergalerien, Videos sowie Rückruf- und Serviceaktionen. Unter #HASHTAG sind alle wichtigen Artikel, Bilder und Videos zu einem Themenspecial zusammengefasst. Außerdem gibt es im asp-Onlineportal alle Heftartikel gratis abrufbar inklusive E-PAPER. Ergänzt wird das Online-Angebot um Techniktipps, Rechtsthemen und Betriebspraxis für die Werkstattentscheider. Ein kostenloser NEWSLETTER fasst werktäglich die aktuellen Branchen-Geschehnisse zusammen. Das richtige Fachpersonal finden Entscheider auf autojob.de, dem Jobportal von AUTOHAUS, asp AUTO SERVICE PRAXIS und Autoflotte.