Autolackierung: Trendfarben verlieren an Boden

09.02.2010 10:57 Uhr
Frauen fühlen sich offenbar zu Rot hingezogen. Nach Auskunft des DLI wählen Autokäuferinnen in zunehmendem Maße rote Fahrzeuge.
© Foto: Fiat

Die Lackierungen Silber, Grau und Schwarz sind in der Gunst der Autokäufer gefallen. Nach Auswertung aktueller KBA-Zahlen bescheinigte das Deutsche Lackinstitut den Farben Weiß und Rot Trendpotenzial.

Die Abwrackprämie hat neue Akzente bei den Autofarben gesetzt. Insbesondere Weiß und Rot haben bei den Neuzulassungen stark zugelegt, wie das Deutsche Lackinstitut (DLI) unter Berufung auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamts (KBA) meldete. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die das DLI bereits im vergangenen Jahr beobachtete: 2008 wurden mehr als sechs Prozent aller Neuwagen in Weiß ausgeliefert, was einer Verdopplung gegenüber 2007 entsprach (wir berichteten). 2009 nahm dieser Anteil weiter auf knapp 10 Prozent zu. Auch die Farbe Rot konnte Boden gut machen und den Anteil von 5,9 (2008) auf 9,1 Prozent (2009) steigern. Dagegen setzten die einstigen Trendtöne Grau und Silber sowie Schwarz ihren Abwärtstrend fort, hieß es. Ein Grund für die veränderten Vorlieben lag nach Ansicht des DLI in der steigende Zahl weiblicher Autokäufer. Durch die Abwrackprämie habe sich das Verhältnis der Käuferinnen gegenüber männlichen Autohaus-Kunden nahezu verdoppelt. Den Angaben zufolge waren Frauen im vergangenen Jahr für rund ein Viertel der Neuzulassungen verantwortlich und wählten dabei häufiger rote oder weiße Lackierungen. Eine andere Ursache dürfte jedoch auch die Preissensibilität einiger Kunden sein. Aus Kostengründen hätten sich diese für weiße Autos entschieden. Schließlich sei diese Farbe meist ohne Aufpreis zu haben, erklärte das Institut. Frau in Rot "Überraschend ist jedoch der relativ hohe Anteil von roten Fahrzeugen. Laut KBA wurden fast vierzig Prozent aller rot lackierten Fahrzeuge auf Frauen zugelassen. Bei Weiß waren es immerhin noch knapp dreißig Prozent", so Michael Bross, Geschäftsführer des DLI. Betrachte man diese Statistik nach Geschlechtervorlieben, so wählten nur 7,4 Prozent der Männer Rot als Autofarbe, bei den Frauen sei der Anteil mit 14,5 Prozent nahezu doppelt so hoch. Die Farbe sei bereits zu Beginn der neunziger Jahre eine beliebte Autofarbe gewesen. Den Grund für den Trendwandel führt das DLI auf einige Schwächen roter Lackierungen zurück. Damals verblasste der rote Lack leicht und kreidete aus. Mittlerweile sei die Lackierung aber viel widerstandfähiger, hieß es. In unserer Download-Box unter diesem Text finden Sie eine Grafik des DLI. (msh)

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