ADAC: Wenige Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel

Aus Sicht des ADAC kommen Hardware-Nachrüstungen für ältere Diesel nicht in Schwung.
© Foto: Dietmar Winkler

Im Kampf gegen Diesel-Fahrverbote wurde ewig über Umbauten direkt an Motoren gestritten - dann kamen sie ins staatliche Maßnahmenpaket gegen schmutzige Stadtluft. Und was ist inzwischen daraus geworden?

Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel für einen geringeren Schadstoffausstoß kommen aus Sicht des Autofahrerclubs ADAC zu langsam in Gang. Nach einer eigenen Recherche seien bisher nur wenige Fahrzeuge tatsächlich technisch nachgerüstet worden, erläuterte der Club. Demnach hätten bis Mitte dieses Jahres rund 300 Mercedes-Fahrer eine Nachrüstung vorgenommen und bei Daimler einen Kostenzuschuss beantragt, bei Volkswagen seien es knapp 30 gewesen.

Der ADAC kritisierte dies als unbefriedigend. Technikpräsident Karsten Schulze sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Gerade vor dem Hintergrund, dass zahlreichen Autobesitzern die Neuanschaffung eines emissionsarmen Fahrzeugs nicht möglich ist, ist eine höhere Nachrüstungsquote wünschenswert." Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte vor einem Jahr erste Genehmigungen für Nachrüstsysteme erteilt. Die Umbauten direkt am Motor sind Teil eines Maßnahmenpakets der Bundesregierung, um Fahrverbote für ältere Diesel zu vermeiden.

Der ADAC forderte bessere Rahmenbedingungen. Eine Nachrüstung mit sogenannten SCR-Systemen scheitere teils auch an Kosten von bis zu 3.500 Euro für Pkw. Von den Autobauern beteiligten sich bisher nur Daimler und Volkswagen an einer Förderung, erläuterte der Club. Diese gebe es zudem nur in bestimmten "Intensivstädten" mit hoher Schadstoffbelastung. Im Sinne des Umweltschutzes sei es notwendig, eine Förderung bundesweit zu gewährleisten und weitere Hersteller in die Pflicht zu nehmen, sagte Technikpräsident Schulze.

Software-Nachrüstungen verspätet geschafft 

Neben den lange umstrittenen Hardware-Nachrüstungen gehört auch neue Abgas-Software zu den Maßnahmen für sauberere Stadtluft. Die deutschen Autobauer hatten Software-Nachrüstungen bei 5,3 Millionen älteren Diesel-Autos versprochen - und dies mit einem Jahr Verspätung Anfang 2020 geschafft. Damit soll der Schadstoffausstoß deutlich stärker verringert werden als zunächst angenommen. Darüber hinaus war 2018 angekündigt geworden, dass eine Million Diesel zusätzlich neue Software bekommen sollen - also insgesamt 6,3 Millionen Fahrzeuge.

Die Luftbelastung mit gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid (NO2) ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Der EU-Grenzwert wurde nach amtlichen Daten in 25 Städten überschritten, 2018 waren es noch 57 gewesen. Im Jahresmittel darf die Belastung mit NO2, das laut Umweltbundesamt in verkehrsreichen Städten hauptsächlich aus Diesel-Abgasen stammt, den Wert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten. (dpa)

HASHTAG


#ADAC

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


asp AUTO SERVICE PRAXIS Online ist der Internetdienst für den Werkstattprofi. Neben tagesaktuellen Nachrichten mit besonderem Fokus auf die Bereiche Werkstatttechnik und Aftersales enthält die Seite eine Datenbank zum Thema RÜCKRUFE. Im neuen Bereich AUTOMOBILE bekommt der Werkstatt-Profi einen Überblick über die wichtigsten Automarken und Automodelle mit allen Nachrichten, Bildergalerien, Videos sowie Rückruf- und Serviceaktionen. Unter #HASHTAG sind alle wichtigen Artikel, Bilder und Videos zu einem Themenspecial zusammengefasst. Außerdem gibt es im asp-Onlineportal alle Heftartikel gratis abrufbar inklusive E-PAPER. Ergänzt wird das Online-Angebot um Techniktipps, Rechtsthemen und Betriebspraxis für die Werkstattentscheider. Ein kostenloser NEWSLETTER fasst werktäglich die aktuellen Branchen-Geschehnisse zusammen. Das richtige Fachpersonal finden Entscheider auf autojob.de, dem Jobportal von AUTOHAUS, asp AUTO SERVICE PRAXIS und Autoflotte.