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VW liftet ID.3: Endlich fein

01.03.2023 10:26 Uhr | Lesezeit: 3 min
Auffälligste optische Änderung am facegelifteten VW ID.3 ist die "aufgesetzte" Motorhaube. Jetzt ohne schwarzes Kunststoff-Element kurz vorm Wasserkasten. Bestellbar ist er ab jetzt.
© Foto: Volkswagen

Der ID.3 erhitzte vor knapp drei Jahren die Gemüter. Die Materialien waren eines VW nicht würdig, die Software machte massive Probleme und viele Funktionen fehlten einfach. Jetzt kommt das Facelift, und alles soll besser sein.

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Erfahrungen hat Autoflotte und auch die anderen Redaktionen von Springer Automotvie Media in München mit dem ID.3 über die vergangene zwei Jahre ausgiebig gesammelt. Den passenden Artikel zum Dauertest finden Sie hier: VW ID.3 First Edition: Die Banane, die zwei Jahre und 35.000 Kilometer reifte | autoflotte.de


VW ID.3 (Facelift 2023)

1_VW_ID.3_Facelift_schraeg_vorn Bildergalerie

Jetzt kommt ein nach dem Start recht zeitnahes Facelift des ID.3, das dringend nötig war. Vor allem die Materialanmutung stieß vielen (potenziellen) Kunden sauer auf. Ein VW war bislang meist solide, technisch und vor allem optisch, "Fugen-Ferdl" sei Dank, wie Ferdinand Piech mal getauft wurde. Piech ist Geschichte und die penible Anmutung der Fahrzeuge mit ihm. Eine auf der Innenseite unlackierte Motorhaube hätte es zu seinen Zeiten ebenso wenig gegeben, wie schief sitzende Bauteile im Innenraum und knisternde Kunststoffe. Imelda Labbé, VW-Vorstand für die Geschäftsbereiche Vertrieb, Marketing und Aftersales, ist sich der berechtigten Kritik bewusst und betont: "Der neue ID.3 bestätigt unseren Anspruch an Wertigkeit, Design und Nachhaltigkeit. Das Design wird erwachsener, die Materialien im Innenraum hochwertiger." Schön zu lesen und die ersten Fotos könnten bestätigen, was die Managerin meint.

VW ID.3 Faceliftmodell, Interieur-Foto grau vegan, tierfrei
Innen geht es im aufgefrischten VW ID.3 wohnlicher zu. Die Materialien sehen hochwertiger aus als bislang.
© Foto: Volkswagen

Dabei wurde längst nicht alles neu erfunden. Und viele Dinge kennt man vom Cupra Born, den wir hier für Sie im Video festgehalten haben und den wir als Nachfolger für den ID.3 in der eigenen Flotte haben und die kommenden drei Jahre mit ihm liiert sind. So entstammen die Vordersitze mit integrierten Kopfstützen dem sächsischen Spanier (der Born wird ebenfalls in Zwickau produziert). Und auch das Beats Soundsystem hallt bereits im Cupra ordentlich nach. Das mit Kunststoff "bespannte" Armaturenbrett und weitere Details sind ebenfalls weder Revolution noch Neuheit, alles zusammen wirkt aber deutlich stimmiger als zuvor.

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Das kleine Kombiinstrument wurde optisch nicht angetastet. Noch immer fehlt die Kilometeranzeige, die wohl weiterhin lediglich vor dem Start eingeblendet ist und nochmals nach dem Abstellen. Andernfalls muss sie umständlich im Infotainmentdisplay gesucht werden. Dafür sind ab sofort der Akkustand in Prozent sowie die Außentemperatur im Kombiinstrument inkludiert. Die Lenkradbedienung bleibt, anders als vor Monaten kolportiert, identisch – schlecht. Denn die kapazitiven Flächen funktionieren nicht bei allen Fingern gleich gut und nach wie vor schmiert das Hochglanzplastik schnell ein. Ebenso unverändert bleibt die fehlende Beleuchtung der Temperatur- und Lautstärkeregelung. Das war und bleibt ein weiterer Kritikpunkt der MEB- und MQB-Plattformen. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass sich da noch etwas tun soll – ohne genauere Zeitangabe.

VW ID.3 Seitenansicht beifahrerseite auf Strasse vor modernem Haus
© Foto: Volkswagen

Außen tat sich wenig, was im Vergleich zum Innenraum vollkommen okay ist. Denn das Design gab selten Anlass zur Kritik, wenngleich es einigen zu langweilig ist – VW eben. Auffallendste Neuerungen sind die aufgesetzte Motorhaube und der fehlende Kunststoffeinsatz kurz vorm Wasserkasten, was die gesamte Front gestreckter wirken lässt. Zudem wurde die Frontschürze dezent modelliert. Der CW-Wert der Basisausstattung profitiert davon und verbessert sich geringfügig auf 0,263 (zuvor 0,27). An der Länge von 4,26 Meter und seiner Breite von 1,81 Metern hat sich freilich nichts geändert. Somit ändert sich auch nichts Gravierendes im Innen- und Gepäckraum.

Over The Air-Update (OTA) sollen nun mittels neuer Elektronik-Architektur wirklich funktionieren und die Sprachbedienung soll ebenfalls besser das Gesprochene des Menschen in Taten umsetzen. Dass das selbst die oft hochgelobten chinesischen Newcomer lange noch nicht gut können und Autos sogar nerven können, haben wir unlängst im Ora Funky Cat erfahren – übrigens ein direkter Konkurrent des VW ID.3. Neu beim VW sind hingegen "Function on Demand". So nennen die Hersteller das, was vor allem beim Gebrauchtwagenverkauf helfen soll, das Auto zu individualisieren. So könne fortan beispielsweise die Zwei-Zonen-Klimaanlage aktiviert werden, oder eben nicht. Zuvor gab es stets die Zwei-Zonen-Klimaautomatik serienmäßig, was die Vermutung nahelegt, dass Function on Demand vor allem ein gutes Instrument für Hersteller ist, Geld zu verdienen. Denn mit einem Update kann man nun einige Funktionen gegen Bezahlung "freischalten".

Der VW ID.3 kann ab sofort Plug & Charge, also das automatisierte Starten des Ladevorgangs durchs Anstöpseln an "passende" Wallboxen und Schnelllader ohne Authentifizierung mittels App oder Karte. Das erhöht vor allem den Komfort. Ebenso neu ist nun die Routenplanung mit automatisch einberechneten Ladestopps. Auch das bidirektionale Laden, das bislang beispielsweise Hyundai Ioniq 5 (haben wir auch in der eigenen Leasing-Flotte) und Mitsubishi-Plug-in-Modelle beherrschen, darf nun der ID.3 und kann Strom an externe Verbraucher spenden.

VW ID.3 facelift Heckansicht vor Backsteinwand
© Foto: Volkswagen

Automatische Spurwechsel ab 90 km/h initiiert der ID.3 nun selbst, wenn alle Parameter dafür passen. Ob man das benötigt, muss jeder selbst entscheiden, es ist aber ein weiterer Baustein hin zum automatisierten Fahren. Hilfreich ist dafür auch die Car2X-Kommunikation, die nun einen Bereich von bis zu 800 Meter um den Wagen herum abdeckt. Der ID.3 kommuniziert mit anderen Volkswagen-Modellen (die das beherrschen) und der intelligenten Infrastruktur und kann gelieferte Informationen wie Glatteis, Unfälle etc. verarbeiten und darauf reagieren.

Neue Lackierungen und Felgen sollen das Facelift optisch untermalen. An der schwarzen Heckklappe geht weiterhin kein Weg vorbei. Ebenso wenig Änderungen gibt es beim Antrieb. Zum Start kommt die 204-PS-Maschine, die auch wir im Dauertest hatten. Der mit 310 Newtonmeter ausreichend motorisierte Hecktriebler ist die Idealbesetzung für den ID.3, die ihn in 7,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 bringt und bei Tacho 167 sanft abriegelt. Nach wie vor gibt es nur eine Rekuperationsstufe, die sich einfach über den Gangwahlhebel direkt neben dem Kombiinstrument aktivieren lässt (dauerhaft auch im Menü möglich) und eine Verzögerung von maximal 0,3 G ermöglicht, was laut VW "mehr als 100 kW Rekuperationsleistung entspricht". Damit lässt sich die Reichweite der 58-kWh-Batterie auf bis zu 426 Kilometer ausdehnen.

Realistisch haben wir diesen Wert ausschließlich in der Stadt erreicht. Auf der Autobahn sollte sich die Ladesäule nach 300 Kilometern (bei warmem Wetter) in Griffnähe befinden. Wem das zu wenig ist, der kann weiterhin zum großen 77-kWh-Akku greifen, der Wagen und Insassen gut 100 Kilometer weiter bringen könnte. Eine „kleinere“ Version (45 kWh gab es bereits) wird später wieder folgen. Der große Akku soll eine maximale Ladeleistung von 170 kW bereitstellen, der 58er schafft maximal 120 kW. An der Wallbox liegt die Maximalleistung weiterhin nur bei elf kW, das macht Renault mit dem Megane E-Tech besser, der locker 22 kW aus der Leitung zieht und doppelt so schnell an den meisten öffentlichen Wallboxen voll geladen ist.

Ab 2033 will Volkswagen in Europa ausschließlich Elektroautos produzieren. Die Niedersachsen rechnen damit, dass bereits ab 2030 mindestens 70 Prozent des Europaabsatzes rein elektrisch zu den Kunden rollen wird. Bei den mittlerweile stark gestiegenen Preisen dürfte die Absatzmenge zukünftig wohl aber nicht mehr steigen. Der ID.3 startete vor dem Facelift zuletzt bei 44.000 Euro brutto ohne Einberechnung von Förderungen.

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