Die erste Begegnung mit dem Ioniq 3 findet in einem Fotostudio statt. Die perfekte Ausleuchtung bringt gut zur Geltung, was Hyundai mit der Designsprache "Art of Steel" meint: Klare Linien, große Flächen, die wie aus dem Vollen gefräst wirken. Dazu trägt der Prototyp in der sportlich angehauchten Version N Line neben den großen 19-Zöllern auch noch die edel und ziemlich cool wirkende Lackierung in "Fierce Red Matte" – eine von elf Außenfarben. Von der niedrigen Front über die geschwungene Dachpartie bis hin zum Heck mit dem markanten Spoiler vermittelt der 4,16 Meter lange Ioniq 3 seinen Anspruch auf Dynamik, Effizienz und reichlich Platz am oberen Rand des Kleinwagenspektrums. Was auch hier nicht fehlen darf: die Pixel-Leuchten fürs Tagfahrlicht und die vier einzelnen LED-Pixel, der Morsecode für H – wie Hyundai.
Den Innenraum haben die Designer wohnlich gestaltet, mit angenehm anzufassenden Materialien im oberen Bereich. Beim N Line sind noch ein paar rote Akzente verteilt, das Lenkrad ist etwas dicker gepolstert als bei den anderen Versionen. Im Schaufahrzeug sind die Relax-Sitze montiert, deren Lehnen etwa während des Ladestopps auf Knopfdruck nach hinten gleiten. Serienmäßig ist im Spitzenmodell der 14,6 Zoll große Bildschirm installiert, das Basis-Format beträgt 12,9-Zoll. Hyundai setzt auf eine möglichst logische und einfache Bedienung, deshalb gibt es reichlich physische Tasten statt in Menüs versteckter Bedienfunktionen.
Schlaues Stecksystem
Auch bei scheinbar so simplen Themen wie den Cupholdern hat man mitgedacht. Der Einsatz für normale Trinkflaschen und Getränkedosen lässt sich herausnehmen. So entsteht ein sicherer Platz für richtig große Thermosflaschen. Simpel und schlau ist auch ein Stecksystem, mit dem überall im Fahrzeug und im Kofferraum etwa Handyhalter oder Taschenlampen fixiert werden können.
Hyundai Ioniq 3 N Line (2027)
Das Platzangebot ist, typisch E-Auto, in Relation zu den Abmessungen des Ioniq 3 sehr ordentlich. Auch hinter großen Menschen in Reihe eins können ausgewachsene Mitteleuropäer noch gut sitzen und sich am Ausblick durch das nicht verschiebbare Glasdach erfreuen. Eine auch vom Ford Puma Gen E bekannte Megabox hat der Kompakt-Stromer unter der Kofferraum-Abdeckung versteckt. Sie fasst 119 Liter, das entspricht einem großen Reisekoffer. Im normalen Kofferraum haben eher durchschnittliche 322 Liter Platz, einen Frunk gibt es nicht.
Wer sich schon mit dem jüngsten Kia-Neuzugang EV 2 befasst hat, wird im Antriebskapitel eine große Ähnlichkeit mit dessen Konzernbruder Ioniq 3 feststellen. Sprich: Er basiert auf einer 400-Volt-Architektur. Es gibt einen LFP-Akku mit 42,2 und einen NMC-Akku mit 61 kWh. Die an sich identischen E-Maschinen leisten wegen der unterschiedlichen Batterie-Chemie 108 kW / 147 PS bzw. 100 kW / 135 PS und liefern ein Drehmoment von je 250 Nm. Die vorläufigen Reichweiten gibt Hyundai mit "über 335" und "über 490" Kilometer an. Die Sprint-Prozedur absolvieren die beiden in 9,0 und 9,6 Sekunden, bei 165 km/h wird abgeregelt. Von zehn auf 80 Prozent geladen wird mit maximal 119 bzw. 110 kW in rund einer halben Stunde. Wie schon beim kleinen Kia gibt es neben der serienmäßigen AC-Ladung mit 11 kW auch eine Option auf 22 kW. Und klar: Elektrogeräte können den Ioniq 3-Akku per Vehicle-to-Load (V2L) außen über einen Adapter für die Ladebuchse und innen per 230-Volt-Steckdose anzapfen.
Fürs Infotainment hat Hyundai das neue Pleos Connect-System entwickelt. Es basiert auf Android Auto OS. Die Ausstattung mit Assistenzsystemen ist umfangreich und natürlich auf dem aktuellen Stand, etwa mit dem Autobahn- oder dem Parkassistenten. Die an der IAA-Studie "Concept Three" montierten digitalen Rückspiegel hat Hyundai auch als Option gestrichen. Für den guten Ton sorgt ein Soundsystem von Bose.
Nach der Weltpremiere und dem Verkaufsstart im Sommer sollen die ersten Ioniq 3 noch dieses Jahr ausgeliefert werden. Die Preise werden zwischen denen des kleineren Hyundai Inster und des größeren Kona Elektro liegen. Realistisch ist ein Startangebot um die 26.000 Euro.