Es war ein unwahrscheinlicher Aufstieg: Was 1966 als rumänisches Staatsunternehmen mit einer Renault-Lizenz begann, ist heute eine der erfolgreichsten Automobilmarken Europas. Dacia feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag – und bleibt dabei seiner Kernbotschaft treu: maximaler Nutzwert zum minimalen Preis.
Alles begann mit dem Dacia 1300, einem Duplikat des französischen Frontantriebstyps Renault 12, der ab 1969 in Pitesti am Rande der Karpaten vom Band rollte. Für Rumäniens Machthaber war das Werk ein Prestigeprojekt, das das Agrarland zum Industriestandort transformieren sollte. Die Qualität ließ jedoch zu wünschen übrig: Die „Karpaten-Kutschen" waren berüchtigt für häufige Defekte und hohe Rostanfälligkeit – auch in Westeuropa, wo der Dacia ab 1975 als Billig-Alternative verkauft wurde.
60 Jahre Dacia Automobile
Der eigentliche Neustart kam 1999, als Dacia Teil des Renault-Konzerns wurde. Die Franzosen schafften, woran viele Ostmarken scheiterten. Der neue Logan verblüffte als global billigster Fünf- bis Siebensitzer – und überzeugte durch Robustheit.
Noch heute sind hierzulande 75 Prozent aller jemals verkauften Logan im Einsatz. Mit dem Duster folgte ab 2010 ein SUV, der als Anti-Statussymbol beworben wurde und sogar als päpstliches „Papa-Mobil" Karriere machte. Längst ist Dacia die Nummer eins im europäischen Privatmarkt.
Dacia setzt konsequent das beste Preis-Leistungsverhältnis
Das Erfolgsrezept ist bis heute dasselbe: aktuelle Technik ohne Trends zu setzen, dafür konsequent das beste Preis-Leistungsverhältnis. Rabatte braucht die Marke nicht zu geben. Das Modellprogramm trifft den Nerv der Privatkäufer: SUV wie Duster und Bigster, der Lademeister Jogger – in den globalen Kombi-Verkaufscharts auf Platz vier hinter dem Toyota Corolla – sowie der Spring als günstiger Stadtstromer. Der Sandero duelliert sich derweil mit dem Renault Clio um die Spitze der europäischen Neuzulassungscharts.
Den Aufstieg konnten weder Citroën und Fiat noch chinesische Wettbewerber stoppen. Dacia-Kunden bleiben ihrer Marke treu – und gestehen ihr sogar eine gewisse Coolness zu. Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring erntete ein Dacia Logan zuletzt ähnlich viel Beifall wie der vom mehrfachen F1-Weltmeister Max Verstappen gefahrene AMG-Mercedes.
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Dacia Striker kommt
Zum 60. Geburtstag stehen neue Modelle in den Startlöchern: Neben dem Lifestyle-Kombi Striker soll der drei Meter kurze Hipster die Jugend für Leichtfahrzeuge begeistern. Eines bleibt seit 1966 gleich: Dacia will vor allem Privatkunden erreichen – mit preiswerten Volksautos, die beweisen, dass billig auch gut sein kann.