Prüfmittelüberwachung: Alles unter Kontrolle

Edvinas Sadeckas sogt als Servicetechniker bei TÜV SÜD dafür, dass HU-Prüfmittel den Normen entsprechend kalibriert und stückgeprüft sind.
© Foto: Dietmar Winkler

Edvinas Sadeckas ist als Servicetechniker für die Prüfmittelüberwachung bei TÜV SÜD tätig. Er und seine Kollegen sorgen dafür, dass HU-Prüfmittel, den Normen entsprechend kalibriert und stückgeprüft sind.


Datum:
19.02.2020
Autor:
Dietmar Winkler

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Wenn sich Edvinas Sadeckas ans Werk macht, um einen Bremsprüfstand zu kalibrieren, holt er nicht selten erst einmal einen Staubsauger: Unter der Abdeckung des Rollenprüfstandes sammelt sich häufig Laub an, das durch das Rolltor hereingeweht wurde und sich im Schacht des Bremsenprüfstandes gefangen hat.

Der 27-jährige Elektronikermeister ist bei TÜV SÜD in der Prüfmittelüberwachung tätig und kümmert sich um den ordnungsgemäßen Zustand der Prüfmittel für die HU. Schwerpunkt derzeit ist die Prüfmittelüberwachung in den TÜV SÜD- Prüfstellen. Die Mitarbeiter der Prüfmittelüberwachung sorgen aber auch dafür, dass die Prüfmittel in Werkstätten in Ordnung sind, die als Prüfstützpunkt dienen und ihren Kunden die HU vor Ort anbieten. Insgesamt sind derzeit bei TÜV SÜD 13 Servicetechniker für die Prüfmittel der TÜV SÜD-Prüfstellen und neun Servicetechniker für die Werkstätten tätig. Prüfmittel kommen sowohl bei Großkunden zum Einsatz als auch im kleinen Einmannbetrieb. Alle haben eines gemeinsam: die verwendeten Prüfmittel müssen nach den entsprechenden EU-Vorgaben kalibriert und stückgeprüft werden.

Alle Termine im Blick

Sadeckas und seine Kollegen kümmern sich auch um den Bereich Arbeitssicherheit in den Prüfstützpunkten. Dazu gehören UVV-Prüfungen von Hebebühnen, Leitern und Tritten oder Toranlagen. Zudem überprüfen sie alle verwendeten Messmittel, Messschieber, Bügelmessschrauben oder Drehmomentschlüssel. "Die Mitarbeiter in der Prüfmittelüberwachung müssen über ein breites Wissen verfügen", erklärt Sadeckas. Der Vorteil für die TÜV SÜD- Kunden: Die Prüforganisation behält alle periodischen Termine im Blick und entlastet damit administrativ die Kunden.

Eine besondere Herausforderung ist die Überprüfung von Rollenbremsprüfständen und Scheinwerfereinstellprüfsystemen. Mit der Kalibrierung dieser Prüfmittel konnte TÜV SÜD im vergangenen Jahr seine Dienstleistungspalette bei der Prüfmittelüberwachung deutlich erweitern. Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) hat bereits im Herbst 2018 die TÜV SÜD Auto Service GmbH als Kalibrierlabor für bestimmte Messgeräte im Kraftfahrtwesen akkreditiert. Damit dürfen die Experten die Kalibrierung von Rollenbremsprüfständen und Scheinwerfereinstellprüfsystemen anbieten. Die Anerkennung der Deutschen Akkreditierungsstelle war Voraussetzung dafür. Die DAkkS-Akkreditierung nach DIN 17025 umfasst zunächst das Kalibrieren von Rollenbremsprüfständen und Scheinwerfereinstellprüfsystemen vor Ort. Diese Einrichtungen müssen im Zwei-Jahres-Turnus stückgeprüft und kalibriert werden. Die Kalibrierung des Scheinwerfereinstellprüfsystems betrifft die Überprüfung der Aufstellflächen für das Fahrzeug, die Aufstellfläche für das Scheinwerfereinstellprüfgerät (SEP) und das Gerät selbst.

Hand in Hand mit der Kalibrierung erfolgt die vorgeschriebene Stückprüfung bei Bremsprüfstand oder Scheinwerfereinstellprüfsystem. Da viele Arbeitsschritte ähnlich sind, macht die parallele Stückprüfung Sinn. "Besonders für die Kalibrierung von Bremsprüfständen sind aufwendige Schulungen durch die Hersteller notwendig", weiß Sadeckas. Er selbst verfügt über spezifische Schulungen mehrerer Hersteller.

Kalibrierung nach DAkkS-Vorgabe

Um in der Prüfmittelüberwachung tätig zu werden, müssen die Mitarbeiter über die nötige Sachkunde verfügen. Diese wird erworben durch Berufserfahrung und spezielle Lehrgänge bei TÜV SÜD, ergänzt durch herstellerspezifische Schulungen für die unterschiedlichen Fabrikate. Die Kollegen in der Prüfmittelüberwachung bringen dabei durchaus unterschiedlichen beruflichen Hintergrund mit. Sadeckas selbst ist gelernter Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik und hat seinen Meister berufsbegleitend in den Jahren 2012 bis 2015 absolviert. Bevor er sich 2017 erfolgreich auf eine Stelle bei TÜV SÜD bewarb, hatte er schon einige Jahre in seinem Beruf gearbeitet. Bei TÜV SÜD wurde er gleich bei der Prüfmittelüberwachung mit dem Spezialgebiet Scheinwerfereinstellsysteme und Bremsprüfstände eingesetzt. Damals war er in ganz Baden-Württemberg die meiste Zeit im Außendienst in den Werkstätten unterwegs. Im Sommer 2019 wechselte er als Servicetechniker in die Prüfmittelüberwachung in den TÜV SÜD-Prüfstellen.

"Ich kann mein erworbenes Wissen dort optimal einsetzen und in den Prüfstellen auch selbst Reparaturen durchführen", erklärt Sadeckas, der jetzt vor allem im Niederlassungsgebiet Heilbronn und Karlsruhe tätig ist und ein Büro im TÜV SÜD-Service-Center Sinsheim hat.

Kurzfassung

Die Prüfmittelüberwachung verlangt ein breites Wissensspektrum und entsprechende Sachkunde. Edvinas Sadeckas kann in seiner Tätigkeit bei TÜV SÜD sein Know-how als Elektronikmeister mit einbringen.

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