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Hohe Preise: "Handwerklicher Mittelstand kann Mehrkosten nicht stemmen"

Alleine für die 2022 stark gestiegenen Energiekosten wie Öl, Gas und Strom brauchen die in der Schadensteuerung tätigen K&L Fachbetriebe mindestens sieben bis neun Euro pro Stunde mehr, fordert der ZKF.
© Foto: harbucks/stock.adobe.com

Nach dem Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP) setzt auch der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) einen Hilferuf ab: Vor allem die vorwiegend in der Schadenlenkung tätigen K&L Betriebe könnten die massiven Preissteigerungen nicht mehr schultern.


Datum:
29.08.2022
Autor:
Walter K. Pfauntsch
Lesezeit: 
5 min
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Montag, den 15. August, bezeichnet der ZKF als den "Tag der Wahrheit" für Gaskunden und Betriebe in Deutschland, an dem die Erhöhung berechnet wurde, welche zur Rettung systemrelevanter Gasimporteure notwendig ist.

ZKF ruft zur SVS-Anpassung auf

Der Zentralverband weist darauf hin, dass der betriebsindividuelle Stundenverrechnungssatz (SVS) "um die Gasumlage und den Heizöl- sowie Strompreis im Aushang und im Geschäft mit gelenkten Versicherungs-Kaskoschäden anzupassen ist, damit dies in Kombination mit den steigenden Energiepreisen nicht zwangsläufig für die Betriebe zu schlechteren Renditen oder Gasverlusten führt". Gleichzeitig fordert der Zentralverband die marktbestimmenden Schadenlenker auf, eigene Berechnungen anzustellen, was diese Umlage und die erhöhten Energie- und Personalkosten für die Betriebe bedeutet "und danach an ihren einseitig vorgegebenen Eckwerten nachzubessern".

Erdgas ist neben Heizöl einer der Hauptenergieträger von Lackieranlagen im Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerk und wird durch die Bekanntgabe der Gasumlage durch Trading Hub Europe ab 1. Oktober 2,419 Cent je Kilowattstunde zusätzlich verteuert. Im Jahr 2021 kostete das kW Erdgas im Mittel 6,83 Cent. Die Bundesregierung will damit eine stabile Gasversorgung gewährleisten. Diese Umlage müssen alle Gasverbraucher, Firmen und Privathaushalte zahlen.

Ein Sprecher des ZKF weist darauf hin, dass seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sich nicht nur der Gaspreis verteuerte, sondern auch der Strompreis und das Heizöl sprunghaft angestiegen sind; aber auch die Preise für Lackmaterial entwickelten sich überproportional zu den Vorjahren nach oben. Parallel sei ein identischer Trend bei Lohnkosten, Ersatzteilpreisen und deren Nachlässen festzustellen.

"Kostenrisiken können Betriebe nicht alleine tragen"

Der ZKF warnt deshalb die Betriebe: "Passen Sie Ihre betriebsindividuelle Kalkulation an die enorm gestiegenen Preise, wie den Gas- und Heizölpreis aber auch die zu erwartenden Strompreise an. Insbesondere Unfallreparaturwerkstätten in der Schadenlenkung der Marktführer binden sich an Auftraggeber und Versicherungen in der Regel zu Beginn des Jahres für eine gewisse Zeitspanne zu fixen Stundenverrechnungssätzen, die diese Preissteigerungen nicht berücksichtigen konnten. Die Konsequenz für die Betriebe ist, dass diese allein das Risiko der stark steigenden Energie- und sonstigen Kosten selbst tragen müssen."

"Überlebenswichtig" zum Erhalt der eigenen Zahlungsfähigkeit

ZKF-Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm empfiehlt Mitgliedsbetrieben, "zur Hilfestellung das ZKF-Schema zur betriebsindividuellen Berechnung des Stundenverrechnungssatzes zur Kalkulation des einzelnen Auftrags oder der Dienstleistung einzusetzen". Diese individuelle Berechnung sei eine wirtschaftliche Grundlage für Betriebe im Karosserie- und Fahrzeugbau, um alle Kosten zu decken, ausreichend Renditen zu erwirtschaften, Rücklagen und Investitionen zu bilden sowie Liquiditätsreserven zu schaffen. "Dies ist für Betriebe überlebenswichtig, um zahlungsfähig zu bleiben", so Aukamm. Das Berechnungsschema ist im geschützten Internetbereich des ZKF unter Betriebswirtschaft abrufbar. Die Erhöhung der Gasumlage und Energiepreise muss sich in den Energiekosten des Betriebes wiederfinden.

"Sieben bis neun Euro pro Stunde mehr alleine für Energie!"

"Es müssen sich nun die beiden größten Auftraggeber in der Schadensteuerung der Lage bewusst sein, dass mit einem Beharren auf den vor Monaten festgelegten und mit einem um einen bis drei Euro erhöhten Stundensatz keinesfalls die Energiekostensteigerung abzufangen ist", so der ZKF-Hauptgeschäftsführer weiter. "Die Betriebe steuern auf eine Situation zu, die am Ende nur den Ausweg aus der Versicherungs-Schadensteuerung zulässt, wenn keine Änderungen eintreten. Die ersten Schätzungen des ZKF gehen je nach Betrieb von notwendigen sieben bis neun Euro pro Stunde zusätzlich über das gesamte Jahr gesehen allein für Energie aus."

Nützliches Hilfs-Tool

Als weiteres Hilfsmittel auch im Hinblick zum Thema Klimaschutz und Energieeffizienz können Betriebe auch das sogenannten E-Tool des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) einsetzen. Diese Anwendung wurde entwickelt, um Geschäftsführer, Energieberater und weiterer Interessierte auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz im eigenen Unternehmen zu unterstützen. Das Tool bietet die Möglichkeit, alle betrieblichen Energiedaten planvoll zu erfassen, zentral zu sammeln und jährlich fortzuschreiben. Erreicht werden kann es unter www.energie-tool.de.

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