ZF: Das sind die größten Baustellen beim Autozulieferer

19.03.2026 08:30 Uhr | Lesezeit: 2 min
ZF
ZF steht wie große Teile der Branche vor tiefgreifenden Problemen.
© Foto: ZF

Hohe Kosten, wenig Aufträge und viele Schulden aus alten Zukäufen: Der Autozulieferer ZF steckt in der Krise. Wie das letzte Jahr war, soll die Bilanz zeigen. Viele Herausforderungen dürften bleiben.

Der Autozulieferer ZF steht wie große Teile der Branche vor tiefgreifenden Problemen. Schwache Nachfrage, hohe Schulden, sinkende Gewinne und der teure Umbau Richtung Elektromobilität belasten das Unternehmen massiv. Heute (ab 10.00 Uhr) legt der Konzern in Friedrichshafen am Bodensee seine Jahresbilanz für 2025 vor. Das sind seine größten Baustellen.

Krise der Autoindustrie

Die Produktion von Autos und leichten Nutzfahrzeugen weltweit ist laut ZF seit 2018 deutlich gesunken. Wie die Konkurrenten Bosch, Continental und Schaeffler leidet deshalb auch der zweitgrößte deutsche Zulieferer unter ausbleibenden Aufträgen der Hersteller und hohen Kosten für den Wandel hin zum Elektromotor.

Wenn es den Kunden des Unternehmens wie Volkswagen, BMW und der Opel-Mutter Stellantis nicht gut geht, bekommt es auch der Lieferant zu spüren. Das Unternehmen hat neben Automatik- und Schaltgetrieben unter anderem Fahrwerkskomponenten, Lenksysteme, Antriebe, Bremsen und Sicherheitstechnik im Angebot.

Kerngeschäft mit großen Problemen

Besonders im Fokus steht die Antriebssparte, intern "Division E" genannt. Teile des Bereichs gelten als nicht wettbewerbsfähig. Dort geht es nicht nur um elektrische Antriebe, sondern auch um Hybridtechnik und klassische Verbrenner

Gerade diese Sparte leidet unter dem schleppenden Hochlauf der E-Mobilität, zugleich drücken hohe Kosten und geringe Margen im traditionellen Getriebegeschäft auf das Ergebnis. Weltweit arbeitet etwa jeder fünfte ZF-Beschäftigte in dieser Division. 2024 erwirtschaftete sie knapp ein Viertel des Konzernumsatzes. 

Ein Sprecher des Stiftungsunternehmens sagte, dass ZF bei der Sparte auf einem guten Weg sei. "Nach verlustreichen Jahren geht es nun aufwärts." Es sei mit der Arbeitnehmerseite eine Entwicklung der Sparte aus eigener Kraft vereinbart. Zumindest eine Abspaltung wäre somit vom Tisch.


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Schulden in Milliardenhöhe

ZF war in den vergangenen Jahren auf Einkaufstour - und das hat eine Menge Geld gekostet. Insbesondere die Käufe des Automobilzulieferers TRW und des Bremsenspezialisten Wabco müssen verarbeitet werden. Die Nettoverbindlichkeiten beliefen sich zuletzt auf rund 10 Milliarden Euro. In Zeiten der Niedrigzinsphase war die Finanzierung noch relativ günstig. Die Zinsen sind seitdem aber deutlich gestiegen.

Rote Zahlen und Stellenabbau

Der Nettoverlust von ZF belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf mehr als eine Milliarde Euro. Der Umsatz sank um elf Prozent auf 41,4 Milliarden Euro - 5,2 Milliarden weniger als im Vorjahr. Auch der von Sondereffekten bereinigte operative Gewinn brach um 900 Millionen Euro im Vergleich zu 2023 ein und lag nur noch bei 1,5 Milliarden Euro.

Für den Zulieferer ist Sparen angesagt, vor allem an den deutschen Standorten. Bis Ende 2028 will das Unternehmen Stellen in historischem Ausmaß streichen: Bis zu 14.000 Jobs sollen es hierzulande sein. Mehrere Tausend sind seit Anfang 2024 schon weggefallen. Auch die Arbeitszeit vieler Mitarbeiter wurde gekürzt. 

Wie es nach 2028 weitergeht, ist offen. "Wir investieren in die Bereiche, die heute schon erfolgreich sind, und wir restrukturieren und entwickeln die Bereiche, die noch nicht erfolgreich sind", hieß es im vergangenen Jahr. Es seien gezielte Einschnitte nötig.

 


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