Zukunft des Verbrennungsmotors: Elektroautoanteil auch 2030 unter fünf Prozent

21.01.2010 10:40 Uhr
Verbrauchs- und Kohlendioxidminderung von rund einem Drittel gegenüber einem konventionellen Motor mit etwa doppeltem Hubraum und vergleichbaren Nenndaten.
© Foto: Mahle

Ob der Verbrennungsmotor noch eine Zukunft hat, erörterten Entwicklungsingenieure von Mahle und Borg Warner am Dienstag anlässlich eines Kolloquiums der Hans Hess Autoteile GmbH.

Hat der Verbrennungsmotor angesichts Favorisierung und Medienpräsenz des Elektroantriebs noch eine Zukunftschance? Um diese Frage zu beantworten, veranstaltete der Kölner Autoteilegroßhändler Hans Hess am vergangenen Dienstag ein Kolloquium mit Entwicklungsingenieuren der Zulieferer Mahle und Borg Warner. Ort des Geschehens war das nicht öffentlich zugängliche Museum des Motorenherstellers Deutz in Köln Porz, der dieses erstmals für ein fremdes Unternehmen öffnete. Das Kolloquium beantwortete die Frage positiv. Bis etwa 2030, so die ähnlich lautenden Aussagen von Dr.-Ing. Uwe Mohr (Mahle) und Dr. Frank Schmitt (Borg Warner), wird der Anteil von Fahrzeugen mit Elektroantrieb deutlich unter fünf Prozent und somit der Verbrennungsmotor die dominierende Antriebsquelle bleiben. Wie bereits in anderen Prognosen formuliert, erwarten auch die beiden Entwickler noch zahlreiche Optimierungen am Verbrennungsmotor. Die Hauptentwicklungsrichtungen lauteten Downsizing und Downspeeding, denn Hubraum sei künftig nicht mehr das Maß der Dinge und die Reibung zwischen Kolben und Zylinder erhöhe sich exponentiell zur Kolbengeschwindigkeit. 1,2-Liter-R3-Ottomotor Weitere Schritte (Auswahl, zum Teil bekannt): Gewichts- und Package-Reduzierung, Elektrifizierung, Aufladung (höhere Mitteldrücke), variable Ventilantriebe, Benzindirekteinspritzung, Stahlkolben (zur Reduzierung der inneren Reibung in Gussblöcken), Kunststoffölwannen, hohe AGR-Raten auch beim Ottomotor, Turbolader mit luftspaltisolierten Blech-Turbinengehäusen, ebensolche oder wassergekühlte Abgaskrümmer, generell weniger und einfachere Motorenteile, dafür mehr Teile in der Motorperipherie. Letzteres bedeutet bei Defekten einen höheren Diagnoseaufwand und erfordert umfassendere oder spezialisierte Aus- und Weiterbildung. Beide Entwickler brachten ins Deutz-Museum eigene Exponate mit, beispielsweise den von Mahle entwickelten 1,2-Liter-R3-Ottomotor: Intensives Downsizing und zahlreiche Detailverbesserungen ergeben in Summe eine Verbrauchs- und Kohlendioxidminderung von rund einem Drittel gegenüber einem konventionellen Motor mit etwa doppeltem Hubraum und vergleichbaren Nenndaten. (pd)

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