Vielstimmiger Chor: Reaktionen auf die Brüsseler GVO-Pläne

23.07.2009 17:18 Uhr
Die Branchenverbände haben erwartungsgemäß unterschiedlich auf die Zukunftspläne der EU-Kommission für die GVO reagiert.
© Foto: Daimler/EU/AHO-Montage

Die Branchenverbände haben erwartungsgemäß unterschiedlich auf die Zukunftspläne der EU-Kommission für die Gruppenfreistellungsverordnung reagiert. Große Zustimmung erfährt die Idee, für den Servicemarkt eigene Wettbewerbsregeln aufzustellen.

Unterschiedliche Reaktionen haben die gestrigen Vorschläge der EU-Kommission zur Zukunft der Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) ausgelöst. Der europäische Dachverband des Kfz-Gewerbes (CECRA) lehnt eine "Schirm-GVO" sowie unterschiedliche Regelungen für den Vertrieb und Service ab. Kfz-Vertrieb und After Sales-Markt gehörten zusammen, betonte CECRA-Präsident Jürgen Creutzig. Daher sollte es auch in Zukunft eine gemeinsame Regelung geben. Die Pläne, konkrete Schutzregelungen für den unabhängigen Servicemarkt in eine neue Wettbewerbsordnung zu integrieren, begrüßte der Verband. Anders sieht die Situation erwartungsgemäß der Verband der europäischen Fahrzeughersteller (ACEA). Hier begrüßte man die Tendenz der Kommission hin zu einer nicht-sektorspezifischen Wettbewerbsordnung. Ein flexiblerer Rechtsrahmen helfe den Herstellern und ihren Vertriebs- und Servicepartnern, ihre Konzepte zu verbessern, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern, erklärte ACEA-Generalsekretär Ivan Hodac. Auch der europäische Dachverband der freien Kfz-Teilehändler, FIGIEFA, begrüßte die gestrigen Äußerungen der Brüsseler Wettbewerbshüter, wenn auch aus anderem Grund wie die Fahrzeughersteller. Insbesondere die Pläne einer eigenen "Service-GVO", die ausdrücklich wettbewerbsfeindliche Garantie- und Gewährleistungsbestimmungen der Hersteller eindämmen soll, findet Zustimmung. Diesen Ankündigung müssten in den kommenden Monaten aber auch Taten folgen, mahnte FIGIEFA-Präsident Michel Vilatte. Die neue Regeln seien zukunftstauglich zu gestalten und müssten die teilweise veralteten Bestimmungen beispielsweise zum Thema Zugang zu technischen Informationen ablösen, forderte er. Der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen (ASA) deutet die Signale aus Brüssel positiv. "Wenn nun auch mit Augenmaß die Umsetzung dieser Regelung vorangetrieben wird, sehe ich das als Win-win-Situation für alle Beteiligten", erklärte ASA-Verbandspräsident Klaus Burger gegenüber asp-Online. "Die Verfügbarkeit der Herstellerdaten bietet für alle Beteiligten mehr Sicherheit im Umgang mit den Daten, sie bietet ein neues Geschäftsfeld für die Fahrzeughersteller, für alle Werkstätten den gleichen Wissensstandard und schließlich für den Verbraucher eine Sicherheit für die Qualität der Reparatur." In wie weit sich die neue Regelung auf die Kosten auswirken werde, sei zwar noch schwer abschätzbar, sagte Burger weiter, "aber aus meiner Sicht für alle Beteiligten positiv." (ng)

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