Sparkurs: Laschet wirft Continental "kalten Kapitalismus" vor

Demonstration vor dem Conti-Reifenwerk gegen die geplante Schließung.
© Foto: picture alliance/dpa | Roberto Pfeil

Rund 1.500 Menschen hatten am Samstag gegen die geplante Schließung des Conti-Reifenwerks in Aachen demonstriert. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kritisierte das Unternehmen bei der Kundgebung scharf: es gebe bessere Lösungen für Einsparungen.


Datum:
28.09.2020
Lesezeit: 
3 min

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Gegen die geplante Schließung des Aachener Reifenwerks von Continental haben am Samstag rund 1.500 Menschen demonstriert. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kritisierte bei der Kundgebung in Aachen das Management des Automobilzulieferers scharf. Ein Werk zu schließen, ohne vorher mit der Gewerkschaft und dem Land zu reden, sei "kalter Kapitalismus", sagte Laschet. Dieses Vorgehen entspreche nicht der Tradition von Sozialpartnerschaft in Nordrhein-Westfalen.

Die Autobranche erwarte Milliardenhilfen vom Staat, sagte Laschet. "Ist es wirklich euer Ernst, alle eure Gesprächspartner so zu brüskieren und einfach ein Werk zu schließen?", hielt der Ministerpräsident dem Continental-Vorstand vor. Für Einsparungen gebe es "intelligente Lösungen", etwa indem der Personalabbau auf mehrere Standorte verteilt werde.

Continental will im Rahmen eines verschärften Sparprogramms die Reifenproduktion in Aachen einstellen. Betroffen wären rund 1.800 Mitarbeiter. Nach Darstellung des Konzerns gibt es in der Reifensparte hohe Kosten und eine Unterauslastung der Kapazitäten. Der Markt in Europa sei rückläufig. Über die Schließungspläne will der Continental-Aufsichtsrat am Dienstag und Mittwoch beraten.

Der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, sagte bei der Kundgebung: "Aachen ist ein hochmodernes Werk, das schwarze Zahlen schreibt." Es in einer "Hauruck-Aktion" ohne Alternativen dicht machen zu wollen, sei "kühler Zynismus". Dahinter stehe ein Managementverständnis, "das wir ablehnen", sagte der Gewerkschafter. (dpa)

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Rudolf Pfister

28.09.2020 - 17:31 Uhr

Wieder mal typisch für diese Entscheidungen der Spitzenmanager. Personal sparen, wo es nur irgendwie möglich ist; oder gleich ganze Produktionsstätten schließen und anschließend mit EU-Mitteln ins Ausland verlagern. Wie wäre es mit einem allgemeinen Aufruf an alle Händlerkollegen und Verbraucher dies z.B. beim Einkauf entsprechend zu berücksichtigen. Wird Conti die Werksschließung wie geplant durchführen, werde ich keine Conti-Reifen mehr einkaufen und werde dies auch bei meinen Kollegen so kommunizieren.


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