Peugeot E-408: Fastback-Facelift auf Französisch

19.05.2026 06:16 Uhr | Lesezeit: 4 min
Nach drei Jahren verabreicht Peugeot dem knapp 4,80 Meter langen Crossover-Modell das obligatorische Facelift.
© Foto: Peugeot

Gerade einmal drei Jahre auf der Straße, peppt Peugeot sein Design-Coupé 408 auf. Eine wichtige Rolle spielt dabei die kürzlich eingeführte Elektroversion. Sie hätte das Zeug zum Bestseller der Baureihe.

Was das Design eines Coupés betrifft, hatte Peugeot zuletzt kein glückliches Händchen. Rühmliche Ausnahmen waren allenfalls das elegante 504 und das schlanke 406 Coupé. Beide Modelle stammten jedoch aus der Feder von Pininfarina. Bereits der Nachfolger, das 407 Coupé – dieses Mal ein interner Entwurf – geriet unharmonisch und übergewichtig.

Umso erstaunter war die Branche, als die Löwenmarke 2022 das Tuch vom 408 zog. Das von Peugeot Fastback genannte Coupé sticht auch jetzt noch deutlich aus der restlichen Modellpalette heraus, verkörpert gar ein wenig französische Avantgarde.

Nach nur drei Jahren verabreichen die Franzosen ihrem knapp 4,70 Meter langen Crossover-Modell dennoch das obligatorische Facelift. Wie meist üblich bei den Autobauern wagte man sich aufgrund millionenteurer Werkzeugkosten nicht an die Blechhaut. Warum auch? Der Auftritt und die Silhouette des 408 wirken in keiner Weise angestaubt. Lediglich etwas Kosmetik an Front und Heck soll dem Coupé die nötige Frische mit auf den Weg geben und das Modell für seine restliche Laufzeit attraktiv halten.


Peugeot 408 (2026)

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Hand angelegt wurden beim Grill, bei den Stoßfängern und bei der Beleuchtung. Drei schräge LED-Streifen sollen den bei Peugeot charakteristischen Löwenkrallen mehr Symbolkraft verleihen. Die Scheinwerfer wurden, getrennt von den Krallen, etwas tiefer positioniert und sind durch die dunkeln Einfassungen im ausgeschalteten Zustand fast nicht zu erkennen. Die neue EU-Regelung erlaubt zudem, dass der Schriftzug am Heck und das Emblem jetzt beleuchtet sind. Bei Peugeot ist dies eine Premiere. Ebenso wie die auffällige Lackierung "Flare Grün". Damit ist der neue 408 augenblicklich vom Vorgänger zu unterscheiden.

Elektro-Modell als Nachzügler

Wer bei Markstart Anfang 2023 das französischen Fastback-Modell mit Elektroantrieb haben wollte, musste damals enttäuscht den Showroom verlassen. Zwar ist die EMP2-Architektur auch auf ein Batterie-Layout ausgelegt, doch irgendwie haperte es mit dem Zeitmanagement der Franzosen. Erst Ende 2025 bot Peugeot den 408 neben Mild- und Plug-in-Hybrid auch als Vollstromer (BEV) an.

Unter der Haube sitzt nach wie vor die gleiche E-Maschine mit 157 kW / 213 PS und einem Drehmoment von 345 Newtonmeter – die jetzige Modellpflege hat darauf keinen Einfluss. Damit ist der E-408 flott motorisiert und souverän unterwegs. 7,2 Sekunden reichen ihm, um von null auf 100 km/h zu sprinten. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. Mehr Tempo würde den Stromverbrauch unverhältnismäßig in die Höhe treiben.

Zurückhaltender unterwegs schafft man es leicht, in die Nähe des Normverbrauches (14,7 kWh  /100 km) zu kommen. Nach einer ersten Testfahrt in Südfrankreich zeigte unser Display 16,4 kWh / 100 km an. Ein für die Größe des Autos durchaus effizienter Wert. In Verbindung mit der 58 kW großen Batterie (NCM-Chemie) soll der 408 so auf eine maximale Reichweite von 456 Kilometer kommen. Muss eine Ladestation angesteuert werden, lässt sich die Batterie manuell oder über die Navigation vorkonfigurieren. Die Zellen sind dann optimal aufnahmefähig. Was auch dringend geboten ist. Denn DC-Charging erlaubt nur eine Ladeleistung von 120 kW, deutlich weniger als bei vielen Konkurrenzmodellen in dieser Klasse. Von 20 bis 80 Prozent Kapazität nennt Peugeot dennoch nur eine halbe Stunde Ladezeit.

Plug & Charge kommt bis Jahresende

Mit etwas Glück ist der Ladepunkt auf Plug & Charge ausgelegt. Dann braucht nur der Stecker angeschlossen werden, Säule und Auto kommunizieren automatisch, Strom fließt. Einfacher geht es nicht. Die Plug & Charge-Funktion will Peugeot zum Ende des Jahres einsatzbereit haben. Sofort zu haben ist dagegen V2L. Dieses Kürzel steht für Vehicle-to-Load. Mittels eines Adapters kann zum Beispiel über die Batterie extern ein E-Bike mit Strom versorgt werden – mit maximal 3,5 kW.

Das kleine Manko der DC-Ladeleistung macht der E-408 auf jeden Fall locker mit Fahrspaß wett. Das Coupé geht beherzt ums Eck, liegt klasse auf der Straße und überzeugt durch Handlichkeit, Ruhe und viel Komfort. Besser fuhr sich bislang kein Peugeot dieser Größe. Wesentlichen Anteil daran hat nicht zuletzt der geschmeidige und leise Elektroantrieb. Stets ist genügend Drehmoment vorhanden.

Cooles Cockpit-Design, schwache Navigation

Und auch die Inneneinrichtung unterstützt das Wohlfühlen in diesem Auto. Handschmeichelnde Oberflächen, schicke Stoffe, Manufakturähnliche Ziernähte und ein cooles Cockpit-Design tendieren schon Richtung höherer Klasse. Weiterhin hält Peugeot an seinem fast schon traditionellen i-Cockpit fest, bei dem der Fahrer oberhalb des Lenkradkranzes auf die Anzeigen in 3D-Annimation schaut. Wirkliche Vorteile bietet diese Anordnung jedoch nicht. Was uns auf der Testfahrt missfiel, ist die auf TomTom-Daten basierte Navigation, sei es von der Menü- oder von der Routenführung. Google macht hier klar den besseren Job.

Trotz Premium-Outfit bleibt Peugeot preislich auf dem Boden. Der E-408 kostet ab 46.300 Euro und ist damit sogar etwas günstiger als die 176 kW / 240 PS Plug-in-Hybrid-Variante. Einstiegsmodell bleibt weiterhin der kleine Benzin-Mildhybrid mit 107 kW / 145 PS. Er startet bei 40.970 Euro, dürfte für die meisten Kunden jedoch keine wirkliche Alternative sein. In einem auf Design und Flair ausgelegten Sportcoupé möchte man in diesem Fahrzeugsegment keinen Dreizylinder unter der Haube haben.


Peugeot E-408 – Technische Daten:

  • Karosserie: Fünftüriges, fünfsitziges Crossover-Schrägheckfahrzeug der Mittelklasse
  • Länge: 4,69 Meter
  • Breite: 1,86 Meter (mit Außenspiegeln: 2,06 Meter)
  • Höhe: 1,50 Meter
  • Radstand: 2,79 Meter
  • Kofferraumvolumen: 536 -1.611 Liter, Elektro 468-1.542 Liter

Elektro: E-Motor mit 157 kW / 213 PS, Drehmoment: 345 Nm, 0-100 km/h: 7,2 s, Vmax: 160 km/h, Verbrauch: 14,7 kWh/100 km, Akkugröße: 58 kWh, Reichweite: 456 km (WLTP), Ladeleistung: 120 kW (DC), 11 kW (AC), Ladedauer: DC: 20-80 % in 30 Minuten, AC: 20-80 % in 3:35 Std, Preis: ab 46.300 Euro

Plug-in-Hybrid: 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner, 132 kW / 180 PS, Drehmoment 250 Nm, E-Motor mit 92 kW / 125 PS, Drehmoment 118 Nm, Systemleistung 176 kW/240 PS, maximales Drehmoment: 360 Nm, Frontantrieb, 7-Gang- Doppelkupplung, 0-100 km/h: 7,5 s, Vmax: 233 km/h, el. Reichweite: 85 km, Normverbrauch: 2,9 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 60 g/km, Preis: ab 47.600 Euro

Mildhybrid: 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner, Systemleistung 107 kW / 145 PS, maximales Drehmoment: 230 Nm, Frontantrieb, 6-Gang-Doppelkupplung, 0-100 km/h: 9,4 s, Vmax: 205 km/h, Normverbrauch: 5,1 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 116 g/km, Preis: ab 40.970 Euro



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