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Nachrüstungen für Euro-5-Diesel: Baumot geht von rund 1.3 Millionen Fahrzeugen aus

Baumot-Vorstandsmitglied Stefan Beinkämpen und der Vorstandsvorsitzende Marcus Hausser vor einem umgerüsteten Transporter (v. l.).
© Foto: Dietmar Winkler

Ende des Jahres will Baumot Nachrüstsätze für Euro-5-Diesel anbieten. Bereits im Sommer soll das erste offiziell zugelassene Fahrzeug präsentiert werden. Das gesamte Marktpotenzial an Fahrzeugen beziffert das Unternehmen auf rund 1,3 Millionen Einheiten.


Datum:
01.02.2019
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Von Dietmar Winkler/asp AUTO SERVICE PRAXIS

Spätestens Ende des Jahres will der auf Abgasreinigung spezialisierte Ausrüster Baumot Nachrüstsätze zur NOX-Abgasreinigung für Euro-5-Diesel auf den Markt bringen. Der erste Antrag für die Erlangung einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) für ein Fahrzeug des Herstellers Mercedes Benz wurde vergangene Woche beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) eingereicht, erklärte Marcus Hausser, Vorstandsvorsitzender der Baumot Group AG, bei der Vorstellung des Abgasreinigungssystems in Frankfurt am Donnerstag. Nachdem die Bundesregierung die technischen Anforderungen für Hardware-Nachrüstsysteme noch Ende Dezember 2018 veröffentlicht hatte, will Baumot jetzt schnell die bereits entwickelten Systeme zur Marktreife bringen. "Wir wollen bereits zur Hauptversammlung im Sommer das erste offiziell zugelassene und nachgerüstete Fahrzeug präsentieren," erklärte Hausser.

Im Bereich der privaten Nachrüstung von Pkw will sich der Ausrüster aus Königswinter zunächst auf die Volumenmodelle konzentrieren. Im ersten Schritt soll es Nachrüstsätze für insgesamt zehn Modelle der Hersteller BMW, Mercedes Benz, VW, Audi und Skoda geben. Sukzessive sollen weitere Nachrüstsätze für Fahrzeuge der gleichen Motorenfamilie angeboten werden. Zudem gehe man davon aus, dass es Nachrüstsätze mit kleinen Stückzahlen von speziellen Anbietern geben werde, die das Baumot-System in Lizenz produzieren. "Es soll nicht so sein, dass nur die Halter von Volumenmodellen in den Genuss der Nachrüstung kommen, es wird auch Lösungen für exotischere Fahrzeuge geben", versprach Hausser. Bis einschließlich 2022 will Baumot rund 100.000 Nachrüsteinheiten für die Nachrüstung privater Pkw verkaufen.

Das gesamte Marktpotenzial für die Hardwarenachrüstung für Euro-5-Diesel  beziffert Baumot über alle Marken und Typen auf 1,3 Millionen Fahrzeuge in Deutschland. Zugrundgelegt ist die Annahme, dass sich rund 40 Prozent der Halter für eine Nachrüstung entscheiden, erklärte Stefan Beinkämpen, ebenfalls Vorstandsmitglied der Baumot Group und verantwortlich für den Bereich Diesel-Pkw-Nachrüstung. In den Abschätzungen sind noch nicht die Bestandsfahrzeuge eingerechnet, die bei Händlern auf dem Hof stehen und zum Werterhalt zumindest teilweise nachgerüstet werden dürften.

Unterstützung von VW und Mercedes

Die Kosten für den privaten Einbau eines Pkw-Systems beziffert Baumot mit ca. 2.000 Euro zuzüglich Arbeitskosten. Mercedes Benz und Volkswagen hatten zugesichert, den Einbau mit bis zu 3.000 Euro zu unterstützen. Mercedes habe bereits zugesichert, die Nachrüstung aktiv zu unterstützen. Baumot bekommt - soweit vorhanden - den Zugriff auf Serienbauteile zum Einkaufspreis.

Parallel hierzu bedient Baumot auch den Markt für die Nachrüstung von leichten Nutzfahrzeugen (Handwerkerfahrzeugen), die von der Bundesregierung in 65 Ballungsgebieten finanziell gefördert wird. Die entsprechende Förderrichtlinie liegt seit 21. Dezember 2018 vor.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) stellt seit dem 1. Januar 2019 bis Ende 2020 rund 333 Millionen Euro für die Hardware-Nachrüstungen von leichten und schweren Handwerker- und Lieferfahrzeugen bereit.

Die Förderquote ist abhängig von der Unternehmensgröße und beträgt höchstens 60 Prozent der Umrüstungskosten. Für leichte Nutzfahrzeuge (2,8 – 3,5t) sind Zuschüsse von höchstens 3.800 Euro pro Fahrzeug bei Antragstellung bis zum 1. Mai 2019 und höchstens 3.000 Euro pro Fahrzeug bis zum 1. Juni 2019 möglich. Bis 2022 schätzt Baumot das eigene Potenzial auf ca. 37.000 Nachrüstsätze für Transporter in Deutschland.

Der Einbau sei ohne technische Schwierigkeiten in Kfz-Werkstätten machbar. Entsprechende Schulungen würden derzeit konzipiert. Der Vertrieb der Nachrüstsätze laufe über den Teilegroßhandel. Ein Logistikpartner sei für die Belieferung des Handels und die Konfektionierung der Nahrüstsätze verantwortlich.

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