GM-Krise: Stellenabbau bei Opel kein Thema

13.10.2008 15:37 Uhr
Franz zu möglicher GM/Chrysler-Ehe: "Wenn sich zwei Fußkranke zusammentun, werden sie keinen Marathon gewinnen."
© Foto: Torsten Silz/ddp

Einem Unternehmenssprecher zufolge sind die Arbeitsplätze in den deutschen Werken nach wie vor bis 2010 gesichert. Der Betriebsrat sprach sich derweil gegen eine Fusion von GM und Chrysler aus.

Die aktuelle Krise des Mutterkonzerns General Motors (GM) wird bei Opel nach Unternehmensangaben keinen Abbau von Stellen nach sich ziehen. "Stellenstreichungen sind kein Thema", sagte ein Opel-Sprecher am Montag in Rüsselsheim. Es gelte für die deutschen Werke weiterhin der im Jahr 2005 geschlossene "Zukunftsvertrag 2010", der den Abbau von Arbeitsplätzen bis 2010 ausschließt. "Das ist eine Vereinbarung, die feststeht", betonte der Sprecher. Der Vertrag garantiert die Zukunft der Opel-Werke bis zu diesem Zeitpunkt. Der Autobauer beschäftigt an den vier deutschen Standorten Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern rund 25.670 Mitarbeiter. Nach jahrelangen Milliardenverlusten droht GM und anderen verschuldeten US-Autobauern durch die Finanzkrise das Geld auszugehen. Die Fusionspläne von General Motors mit dem US-Konkurrenten Chrysler sehen die Arbeitnehmervertreter skeptisch. "Wenn sich zwei Fußkranke zusammentun, werden sie keinen Marathon gewinnen", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz. Damit werde GM seine Probleme nur vergrößern. Gemeinsam mit dem Chrysler-Eigentümer, dem Finanzinvestor Cerberus, wäre nur ein dritter Kranker an Bord. Der größte US-Autobauer GM erwägt nach Medienberichten den Kauf von Chrysler. Bei einem Zusammengehen mit der ehemaligen Daimler-Tochter würde der mit Abstand weltgrößte Autokonzern entstehen. Ob das Geschäft zustande kommt, ist aber offen. Nach deutlichen Verlusten hatte Opel 2005 mit einem harten Sanierungsplan rund 9.000 Stellen abgebaut. Wegen sinkender Aufträge hatte Opel vor einer Woche einen vorübergehenden Produktionsstopp für nahezu alle europäischen Werke außer Rüsselsheim bekannt gegeben. Diese Maßnahme wird laut Betriebsrat ohne Stellenkürzungen und ohne Lohneinbußen laufen. "Das wird über Arbeitszeitkonten abgerechnet", sagte Franz. Im Werk in Eisenach werde es Kurzarbeit geben, im Gegenzug würden aber Zuschläge gezahlt. Verteilungskampf um Entwicklungsaufträge Der Betriebsrat befürchtet, dass sich ein Kampf um Aufträge in der Fahrzeug-Entwicklung zwischen Opel und GM entwickelt. Es gebe Pläne, dass Ingenieure des US-Herstellers künftig Modelle entwickeln sollen, für die bislang das europäische Entwicklungszentrum in Rüsselsheim verantwortlich war. Demnach sollen der Saab 9-5, der Opel Zafira und eine neue Generation von Vierzylindermotoren in den USA gebaut werden. Das Unternehmen wollte dies nicht kommentieren. Carl-Peter Forster, Europachef von GM, sagte dem "Spiegel", es seien noch keine Entscheidungen gefallen. Außerdem könnten Teile für den Zafira und den Saab 9-5 auch weiter in Rüsselsheim entwickelt werden: "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen." Franz rechnet in den kommenden zwei bis vier Monaten mit einer Entscheidung. (dpa)

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