Fahrbericht Toyota RAV4: Ganz neu und ganz der Alte

16.04.2026 07:25 Uhr | Lesezeit: 2 min
Die nächste Generation: Der Toyota RAV4 ist bei der Neuauflage kantiger geworden.
© Foto: Toyota

Der RAV4 zählt zu den wichtigsten Toyota-Modellen überhaupt und ist ein weltweiter Erfolgsgarant. Jetzt steht der Sprung von der fünften zur sechsten Generation an. Erstes Testfahrt-Fazit: Der Dauerbrenner ist  fast komplett neu – und doch irgendwie ganz der Alte.

Wie beschreibt man die Bedeutung des RAV4 am besten? Ein paar wenige Daten und Fakten: Das SUV war 2025 das meistverkaufte Auto der Welt. Und es wurde seit 1994 mehr als 15 Millionen Mal verkauft, allein in Europa konnte Toyota rund 2,5 Millionen des zwischen Kompakt- und Mittelklasse angesiedelten Fahrzeugs absetzen. Doch die Konkurrenz schläft nicht, die Ansprüche gerade an die Antriebstechnik und ans Infotainment steigen immer weiter. Darum haben die Japaner bei RAV4 Nummer sechs ordentlich was draufgelegt.

Außer bei den Dimensionen. Die sind nahezu unverändert. Auch, weil der RAV4 auf keiner neuen, sondern auf einer kräftig überarbeiteten Plattform steht und die Länge von mindestens 4,60 Metern, die Breite von 1,88 Metern und der Radstand von 2,69 Metern schlicht von Generation 5 übernommen wird.

Neue Lackierungen

Dass sich trotzdem viel getan hat, ist schon beim ersten Blick deutlich zu erkennen. Speziell an der Front. Dort zeigen die Formgestalter, wo der Hammer hängt. Und zwar in Form des dreidimensionalen, recht robust wirkenden "Hammerhead"-Designs. Dazu kommen eine kräftiger konturierte Motorhaube und neue LED-Leuchten. Auch hinten setzt Toyota auf schlanke LED´s und bei der Bereitung auf 18- oder 20-Zoll-Felgen.

Für optische Frische sollen neue Lackierungen etwa in Avantgarde Bronze oder Ever Rest Green plus diverse Bi-Tone-Kombinationen sorgen. Insgesamt geht es außer bei der sportlich orientierten GR-Version in Emotional Red aber eher gedeckt als grellbunt zu – der typische RAV4-Kunde wird die optische Zurückhaltung zu schätzen wissen.


Toyota RAV4 (2026)

01_Toyota_RAV4_2025_HD Bildergalerie

Beim Einstieg stößt vertrautes Toyota-Gefühl auf diverse Neuheiten. Die Mischung aus digitalen und analogen Bedienmöglichkeiten ist gelungen, die Anzeigen, 12,3 Zoll beim digitalen Zentralinstrument und 12,9 Zoll beim zentralen Touchscreen, lassen sich gut ablesen, die Bedienschritte sind logisch sortiert. Das, worauf Toyota besonders stolz ist, sieht man nicht – man arbeitet nur damit: Mit der neuen Software-Plattform Arene, bieten die Japaner jetzt erstmals ein integriertes System mit einem wirklich konkurrenzfähigen Angebot an Services.

Etwa bei der Cloud- und Onboard-Navigation, personalisierten Nutzerprofilen, der erweiterten Sprachassistenz oder den Online-Updates und dem digitalen Schlüssel. Und mindestens ebenso wichtig: Die Funktionalität der diversen Assistenzsysteme  wurde verbessert.

Antriebs-Angebot überschaubar

Das überarbeitete Antriebs-Angebot ist erfreulich überschaubar. Den RAV4 gibt es als Vollhybrid und als Plug-in-Hybrid, jeweils mit Front- oder Allradantrieb. Bei Letzterem sorgt ein E-Motor an der Hinterachse für Schub an allen vier Rädern. Und natürlich wird auch der Frontmotor elektrisch unterstützt. Dank diverser Schalldämpfungsmaßnahmen und dank technischer Fortschritte am Benziner ist das Fahrgeräusch auch beim kräftigen Beschleunigen mittlerweile wirklich gut auszuhalten. A

uch wenn man eine stufenlose CVT-Automatik vielleicht nicht unbedingt als erste Option wählen würde: Man kann damit gut leben und durchaus auch Fahrspaß haben. Beim Blick auf die Tankrechnung sowieso: Toyota gibt als Normverbrauch 4,9 und 5,7 Liter Sprit je 100 Kilometer an. Das ist für ein ausgewachsenes SUV mit 136 kW/185 PS (Frontantrieb) oder 143 kW/194 PS (Allrad) ordentlich und wurde bei den Testfahrten nur leicht übertroffen.

Toyota RAV4
Dank optionalem Allradantrieb ist der RAV4 auch abseits befestigter Straßen einsetzbar.
© Foto: Toyota

Wie die Vollhybride wird auch die Plug-in-Version bei 180 km/h abgeregelt. Der Doppelherz-RAV4 tritt, das ist ab dem ersten Meter zu spüren, noch einmal deutlich souveräner auf als der Vollhybrid. Kein Wunder: Die Systemleistung aus Verbrenner und E-Maschinen liegt bei kräftigen 200 kW/272 PS (Frontantrieb) und 227 kW/309 PS (Allrad), damit lässt sich schon was anfangen. Toyota gibt 137 und 134 Kilometer elektrische Reichweite an, das macht den PHEV unter der Woche schon fast zum reinen E-Auto. Speziell, weil der kräftig auf jetzt 22,7 kWh gewachsene Akku in der Version Style als Bestandteil des 2.000 Euro teuren Comfort-Pakets und ab der dritten Ausstattungsstufe Lounge serienmäßig mit bis zu 50 kW geladen werden kann. So vergeht am Schnelllader eine halbe Stunde, um die Batterie von 10 auf 80 Prozent zu füllen. Am AC-Lader mit 11 kW vergehen drei Stunden für die Füllung von 0 auf 100 Prozent.

Auch die praktischen Talente des Neuen können sich - wie bei dieser Baureihe gewohnt -  sehen lassen. Das Platzangebot ist sehr ordentlich, auch die Passagiere in Reihe zwei sitzen komfortabel. Am Kofferraumvolumen gibt es ebenfalls nichts zu kritteln. Es liegt beim Vollhybrid zwischen 514 und 1.706 Liter, beim Plug-in-Hybrid zwischen 446 bis 1.619 Liter und ist ohne große Verrenkungen gut nutzbar. Zudem meldet Toyota jetzt maximal zwei Tonnen Anhängelast für die AWD-Versionen. Die Fronttriebler dürfen nur bis zu 800 Kilo an den Haken nehmen.

Die bisherige Basisausstattung ist mit dem Neustart weggefallen. Los geht es in der Preisliste mit deutlich mehr Ausstattung gegenüber Generation fünf in der Stufe Teamplayer mit 43.990 Euro (Allrad: 46.990 Euro), das sind 2.600 Euro weniger als beim Vorgänger. Der Plug-in kostet ab 49.990 Euro, als Allradler kommt er jetzt zu Preisen ab 53.990 Euro um 2.800 Euro günstiger. Im Juni/Juli sollen die ersten neuen RAV4 zu den Händlern rollen.

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