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E-Call: Teilehandel drängt auf offenes Notrufsystem

Das EU-Parlament fordert in einem Bericht zum E-Call-System, dass Telematik-Schnittstellen in den Fahrzeugen standardisiert und für unabhängige Akteure zugänglich sein müssen.
© Foto: BMW

Der Gesamtverband Autoteile-Handel sieht die Freiheit der Verbraucher bei der Werkstattwahl auch durch das so genannte E-Call-System gefährdet. In Brüssel scheint der Verband Gehör zu finden.


Datum:
17.07.2012
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Der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) hat den kürzlich vom EU-Parlament beschlossenen Initiativbericht zum elektronischen Notrufsystem E-Call (Emergency Call) begrüßt. In dem Bericht würden wichtige Grundlagen für fairen Wettbewerb im Kfz-Teile- und Servicemarkt berücksichtigt. "Mit Recht wird gefordert, eine Beeinträchtigung der Wahlfreiheit der Verbraucher durch E-Call auszuschließen", heißt es in der Verbandsmitteilung.

Die Abgeordneten hatten die EU-Kommission Anfang des Monats aufgefordert, Rechtsvorschriften vorzuschlagen, um das System bis 2015 verbindlich einzuführen. Dadurch werden Notfalldienste automatisch über die einheitliche Notrufnummer 112 verständigt. Die Mehrheit des Parlaments vertritt die Ansicht, dass dieser öffentliche Dienst verpflichtend für Autofahrer sein sollte aber auch kostenlos, sowie unabhängig vom Fahrzeugtyp, also z.B. auch für Motorräder eingeführt werden sollte.

Die Entschließung betont außerdem, dass das E-Call-System dem Datenschutz Rechnung tragen müsse. Der Standort einer Person dürfe erst ermittelt werden, wenn diese in einen Unfall verwickelt wurde. GVA-Präsident Hartmut Röhl befürchtet eine andere Form des Datenmissbrauchs, beispielsweise wenn Fahrzeughersteller kommerzielle Telematiksysteme, die auf E-Call basieren, dafür nutzten, Fahrzeugbesitzer automatisiert in Vertragsbetriebe zu lotsen. Der Autofahrer würde dann zur "ferngesteuerten Marionette der Fahrzeughersteller", so Röhl. Daher habe das EU-Parlament in dem Bericht zu Recht gefordert, dass Telematik-Schnittstellen in den Fahrzeugen standardisiert und für unabhängige Akteure zugänglich sein müssten.

Was die Forderung nach Einführung eines europaweit einheitlichen E-Call-Netzes angeht, stößt der Verband der Automobilhersteller (VDA) übrigens ausnahmsweise ins gleiche Horn wie der GVA. Der VDA forderte während der Diskussionen um das im vergangenen Jahr von der Bundesregierung verabschiedete Verkehrssicherheitsprogramm, dass bei E-Call "statt eines nationalen Flickenteppichs eine europaweite Lösung" angestrebt werden müsse. In dem Programm verpflichtete sich das Bundesverkehrsministerium dazu, die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen. (ng)

Einen Link zum Wortlaut der Entschließung des EU-Parlaments zu E-Call finden Sie ebenso unten in der Infobox wie das "Verkehrssicherheitsprogramm 2011" der Bundesregierung ("Mehr im Netz").

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