asp: Herr Sakals, welche Hintergründe führten zu der Entscheidung, mit Autodoc Pro eine weitere Online-Plattform für Ersatzteile für Profis ins Leben zu rufen?
W. Sakals: Viele Kfz-Profis haben schon immer in unserem Webshop bestellt. Also entwickelten wir ein Angebot, das speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wie auch in anderen Ländern ist der Werkstattmarkt in Deutschland fragmentiert, vielerorts noch analog geprägt und zugleich qualitäts- und serviceorientiert. Werkstätten wünschen sich digitale Effizienz bei der Teilebeschaffung, legen aber weiterhin großen Wert auf persönliche Ansprechpartner. Genau hier setzt Autodoc Pro an: Wir verbinden eine leistungsfähige Online-Plattform mit persönlicher Betreuung durch Servicemitarbeiter vor Ort.
asp: Welche Strategie steckt dahinter?
W. Sakals: Unser Ziel ist es, Kfz-Profis den Arbeitsalltag zu erleichtern und sie wirtschaftlich zu unterstützen. So bauen wir langfristige, vertrauensvolle Beziehungen auf und verbuchen gleichzeitig eine hohe Bestellfrequenz sowie ein starkes Umsatzvolumen, da die Werkstätten oft größere Mengen bestellen. Dass diese Strategie funktioniert, zeigt sich nicht nur in anderen europäischen Märkten wie Frankreich oder den Niederlanden, in denen wir mit Autodoc Pro aktiv sind, sondern auch an der positiven Entwicklung von Autodoc Pro in Deutschland.
asp: Welches Wachstum streben Sie an und wie soll das erreicht werden?
W. Sakals: Im Verlauf des Jahres ist eine fortlaufende Erweiterung unserer Marktpräsenz geplant, um unsere Position nachhaltig zu stärken. Mit dem Abschluss der Automatisierung unseres Lagers im tschechischem Cheb in diesem Jahr und den damit einhergehenden geringeren Lagerkosten können wir dann noch schneller liefern und profitabler arbeiten. Aktuell decken wir in Deutschland 50 Prozent der geplanten Service-Zonen ab. Natürlich wird B2B das finanzielle Profil von Autodoc nicht über Nacht verändern. Den Löwenanteil unseres Umsatzes und unseres Wachstums verbuchen wir weiterhin erfolgreich im B2C-Bereich. Aber es stärkt zusätzlich unser langfristiges Wachstum und eröffnet uns einen europäischen Markt, der in 2025 fast dreimal so groß war wie der B2C-Markt.
- Ausgabe 2/2026 Seite 022 (462.0 KB, PDF)
""Den Löwenanteil unseres Umsatzes verbuchen wir weiterhin erfolgreich im B2C-Bereich.""
Wolfgang Sakals, Autodoc
asp: Wo sehen Sie die größten Unterschiede und Vorteile zu bereits aktiven Plattformen und wie wollen Sie sich zum Wettbewerb abgrenzen?
W. Sakals: Im Schnitt können die Werkstätten Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zu Distributoren erzielen, die im Gegensatz zu Autodoc ein kostenintensives Netzwerk aus kleinen Lagern und Lieferfahrzeugen vorhalten. Zudem ermöglicht die Plattform eine schnelle Suche nach verschiedenen Kriterien und Marken von Kfz-Ersatzteilen in Europa, hinzu kommt unser Service vor Ort. Mit dieser Kombination aus digitaler Effizienz und individueller Kundenbetreuung heben wir uns von den Wettbewerbern ab.
asp: Wie lässt sich Autodoc Pro in die Werkstattprozesse integrieren, um mit möglichst wenig Aufwand die Ersatzteilversorgung effizient zu gestalten?
W. Sakals: Für Werkstätten gibt es spezielle Konten mit Funktionen wie Rechnungskauf, bevorzugter Lieferung sowie Sammel- und Reparaturbestellungen, bei denen für jedes Fahrzeug in der Werkstatt jeweils ein Karton mit allen zugehörigen Ersatzteilen zusammengestellt wird - für eine direkte und klare Zuordnung. Zahlungen sind flexibel, einschließlich Kreditkarten und Rechnungen für Gewerbekunden. Werkstätten profitieren von priorisierter Bearbeitung und verlässlichen Lieferoptionen.
asp: Wie stellen Sie die Teilequalität sicher, wie funktioniert die Qualitätssicherung bei Autodoc?
W. Sakals: Autodoc bezieht seine Produkte, also auch die Eigenmarken, ausschließlich von namhaften Herstellern, die Ware in Erstausrüster-Qualität liefern. Viele dieser Marken beliefern auch direkt Fahrzeughersteller. Die Lieferanten werden anhand definierter Qualitätskriterien ausgewählt und regelmäßig bewertet.