Debatte um Kaufprämien: "Brauchen dringend schnelle Entscheidung"

Albert Vetterl
© Foto: Kfz-Gewerbe Bayern

Das Kfz-Gewerbe Bayern warnt: Die Hängepartie rund um mögliche Autoprämien treibt die mittelständischen Betriebe in die Insolvenz. Landesinnungsmeister Albert Vetterl bittet deshalb an höchster Stelle um Unterstützung.

Das bayerische Kfz-Gewerbe fordert eine sofortige Entscheidung über die aktuell diskutierten Autokaufprämien. "Erst haben unsere Kfz-Innungsbetriebe während des Lockdown Umsatzeinbußen von teilweise bis zu 90 Prozent hinnehmen müssen. Und jetzt, wo der Handel endlich wieder erlaubt ist, wo wir endlich wieder zum gewohnten Geschäft übergehen könnten – jetzt bleiben die Kunden fern, weil die Bundesregierung die Entscheidung über mögliche Kaufprämien bis Anfang Juni vertagt hat", sagte Verbandspräsident und Landesinnungsmeister Albert Vetterl am Freitag in München.

Wie berichtet, soll erst Anfang Juni eine Entscheidung über mögliche Kaufanreize finanziert aus Steuergeldern fallen. Das dauert Vetterl aber zu lange. Er habe deshalb Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder gebeten, sich als Wortführer der "Autoländer" für eine rasche Entscheidung in Berlin stark zu machen. Die brauche die Branche dringend – "sonst sind Anfang Juni viele Autohändler, die durch Verkäufe die Konjunktur ankurbeln sollten, nicht mehr da". Jeder Tag in der Schwebe vernichte mittelständisches Kapital, gefährde Arbeitsplätze und treibe familiengeführte Unternehmen weiter in Richtung Insolvenz.

Vetterl sprach sich in diesem Zusammenhang gegen eine einseitige Subvention aus. Eine "Innovationsprämie" ausschließlich für Neuwagen mit alternativen Antrieben lehne er ab. Zehntausende junge, umweltschonende Gebrauchtwagen würden dadurch auf einen Schlag unverkäuflich. Von den Händlern bereits investiertes Kapital in Millionenhöhe würde vernichtet. "Eine Förderung – wenn sie denn politisch gewollt ist und kommt – muss aus Sicht des Kfz-Gewerbes daher auch für Verbrennungsmotoren und junge Gebrauchtfahrzeuge sowie rückwirkend zu Mitte März 2020, dem Beginn des Lockdowns, gelten", unterstrich der Branchenvertreter. (AH)

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KOMMENTARE


R. Luft

11.05.2020 - 17:44 Uhr

Vielleicht sollte man bei der Lufthansa in die Lehre gehen - dort verzichten die Flugkapitäne auf 50 % ihres Gehaltes. Die Autoindustrie hat besonders in den letzten Jahren gerade auf Kosten der unteren Einkommensschichten, die z. B. nicht in den Genuss eines Dienstwagen kamen, besonders gut verdient, die Einkommen in den Autowerken liegen weit über den durchschnittlichen Werten, da könnte man doch leicht in gewissen Bereichen einen Verzicht erklären, oder???


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