DaimlerChrysler arbeitet an einer "schnellen und einfachen" Spracheingabe für Navigationssysteme. Ziel des "Information Refinement" sei es, die Antwortzeiten zu verkürzen und natürlichere Dialoge zu gewährleisten, teilte das Unternehmen mit. Im Vergleich zu bisherigen Spracheingabesystemen sei es bereits gelungen, die Dialogschritte um zehn Prozent und die Anzahl erfolgloser Dialoge um die Hälfte zu verringern. Forscher von DaimlerChrysler haben dafür untersucht, welche Zusatzinformationen bei einer Mehrdeutigkeit der Zieleingabe am sinnvollsten abgefragt werden. Die Studie ergab, dass den meisten Benutzern eine nächstgrößere Stadt, das Bundesland, die Region oder der Fluss geläufig war. Städtekürzel auf dem Nummernschild, Postleitzahl und Vorwahl hingegen wussten die meisten nicht. In der Praxis wird die Anzahl der in Frage kommenden Navigationsziele anhand dieser Zusatzinformationen schrittweise eingegrenzt, so dass die Anzahl der Dialogschritte reduziert werden konnte. Im Idealfall müsse der Fahrer zwei Dialogrunden sprechen, bei mehrdeutigen Angaben sei der Dialog auf maximal sechs Runden beschränkt, hieß es. In einem Labortest wurde die neue Methode mit einem bisher gebräuchlichen Spracheingabesystem und der manuellen Eingabe verglichen. Um die Unterschiede in der Bedienbarkeit zu ermitteln, mussten die Probanden Auto fahren, während sie mit dem Navigationssystem sprachen. Dabei wurde gemessen, wie genau sie die Spur hielten. Die durchschnittliche Abweichung von der Mittellinie lieferte den objektiven Wert für die Ablenkung des Fahrers. Das Ergebnis war eine deutlich geringere Ablenkung während der Fahrt. Auch die Benutzer gaben an, die Spracheingabe der manuellen Version vorzuziehen. (ab)
DaimlerChrysler forscht an Navi-Spracheingabe
Anzahl erfolgloser Dialoge konnte in Tests um die Hälfte verringert werden