Autozulieferer: Insolvenzverfahren für Veritas eröffnet

Bei Veritas bangen 4.400 Mitarbeiter um ihre Jobs.
© Foto: Veritas

Komplette Übernahme oder doch Zerschlagung: Wie es mit dem angeschlagenen Autozulieferer weitergeht, ist noch ungewiss. Der Insolvenzverwalter hofft auf eine "gute Lösung".


Datum:
03.08.2020

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Das Insolvenzverfahren für den hessischen Autozulieferer Veritas ist eröffnet. Zum Verwalter wurde der Frankfurter Sanierungsexperte Jan Markus Plathner bestellt, wie die Kanzlei Brinkmann & Partner am Freitag mitteilte. Er wurde für alle vier Verfahren der Veritas Poppe Gruppe – die Veritas AG, die Veritas Thüringen GmbH, die Veritas Sachsen GmbH und Poppe GmbH – berufen. Den Angaben zufolge hat das Amtsgericht Hanau das Insolvenzverfahren für Veritas mit 4.400 Mitarbeitern weltweit bereits am 28. Juli eröffnet.

Insolvenzverwalter Plathner hatte schon das im April begonnene vorläufige Verfahren geleitet und nach Investoren für die Firma gesucht. An dem Prozess, der auch die Auslandsgesellschaften umfasse, hätten strategische und Finanzinvestoren teilgenommen, berichtete er. Er sei "sehr optimistisch, eine gute Lösung für das Unternehmen zu finden". Kunden und Lieferanten hätten dem Unternehmen die Treue gehalten. Jedoch stehe auch eine Zerschlagung im Raum. "Die Investoren sind zum Teil an der gesamten Gruppe oder nur an einzelnen Betrieben interessiert", sagte Plathner.

Die Produktion an den fünf deutschen Standorten in Gelnhausen, Gießen (Hessen), Neustadt und Polenz (Sachsen) sowie Benshausen (Thüringen) sowie den ausländischen Standorten habe man vorerst stabilisiert. Auch Sanierungsmaßnahmen samt Stellenabbau wurden demnach eingeleitet. Nicht zuletzt der Umsatzrückgang in der Corona-Krise habe zu Kosteneinsparungen gezwungen, erklärte Plathner.

Veritas hat über elf eigenständige Werke in Deutschland, China, Mexiko, Österreich, Bosnien, Ungarn und der Türkei. Die Firma stellt Schläuche, Leitungen, Luftzirkulationssysteme und Dichtungen her. Die Wurzeln von Veritas reichen nach eigenen Angaben zurück bis 1849. (dpa)

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