Audi weist Berichte zurück: Umrüstung manipulierter Diesel geht voran

Audi weist den Vorwurf zurück, man mache keine Fortschritte bei der Umrüstung manipulierter Diesel.
© Foto: picture alliance/Horst Galuschka/dpa/Horst Galuschka dpa

Audi hat erklärt, bei der Umrüstung von manipulierten Dieselfahrzeugen voranzukommen, und damit auf Medienberichte reagiert, wonach es keine Fortschritte gebe.


Datum:
03.09.2019

NOCH KEINE Kommentare

jetzt mitdiskutieren



Der Autobauer Audi weist Vorwürfe zurück, er komme bei der Umrüstung manipulierter Dieselfahrzeuge nicht voran. Der Konzern habe zur Aufklärung der Dieselkrise die relevanten Fahrzeuge analysiert, sich mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) über Ergebnisse ausgetauscht und Fortschritte erzielt, erklärte Audi am Dienstag.

Das Kraftfahrtbundesamt hatte Ende 2017 in mehreren Bescheiden angeordnet, dass Audi Softwaretricks aus seinen Dieselmodellen entfernen müsse, mit denen die Fahrzeuge offiziell sauber fuhren, aber auf der Straße die Abgas-Grenzwerte deutlich überschritten. Die Behörde hatte daher den Rückruf tausender Fahrzeuge angeordnet und strenge Fristen zu Software-Updates für die Umrüstung vorgeschrieben.

Bei Audi hieß es nun, bei den Modellen der Abgasnorm Euro 6 seien nach einer KBA-Freigabe fünf von acht Bescheiden zu V6- und V8-TDI-Fahrzeugen "in der Umsetzung". Das entspreche bundesweit mehr als zwei Drittel der rund 151.000 mit einem Bescheid belegten Euro-6-Autos. Für die ersten vier Bescheide vom November 2018 habe man die Maßnahmen in Deutschland ferner zu über 90 Prozent umgesetzt.

Zusätzlich habe Audi die jüngst freigegebene Lösung für den fünften Bescheid in rund zehn Prozent der davon betroffenen Fahrzeuge abgearbeitet. Insgesamt seien damit bei den Euro-6-Autos für knapp 85 Prozent der Fahrzeuge die Freigaben erreicht. Bei den EU-5-Fahrzeugen, bei denen man freiwillige Servicemaßnahmen anbiete, habe man für knapp 75 Prozent der Fahrzeuge Freigaben erhalten.

"Handelsblatt" und der "Bayerische Rundfunk" hatten Kritik geäußert

Zuvor hatten das "Handelsblatt" und der "Bayerische Rundfunk" berichtet, Audi komme bei der Umrüstung der Modelle nicht vom Fleck. Der Konzern habe für die meisten Diesel-Modelle noch nicht einmal alle nötigen Behörden-Formulare eingereicht, hieß es unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung von Ende August auf eine Anfrage der Grünen. Audi habe "für die Fahrzeugmodelle Audi A4, A5, Q7, A6 (3.0, 180 kw), A7 (3.0l, 180 kw), A8 (4.2l), A8L (4.2l), A8 (3.0l, 184 kw), sowie A8L (3.0l, 184 kw) (...) noch keine vollständigen Antragsunterlagen vorgelegt", steht in dem Schreiben. Deshalb könnten die nötigen Software-Updates noch nicht freigegeben werden.

"Die Aufarbeitung des Abgasbetrugs bei Audi wird systematisch verschleppt", kritisierte der Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn. "Obwohl die Manipulationen teils schon seit anderthalb Jahren bekannt sind, sind etliche Rückrufe weiter nicht angelaufen." (dpa)

HASHTAG


#Audi

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


asp AUTO SERVICE PRAXIS Online ist der Internetdienst für den Werkstattprofi. Neben tagesaktuellen Nachrichten mit besonderem Fokus auf die Bereiche Werkstatttechnik und Aftersales enthält die Seite eine Datenbank zum Thema RÜCKRUFE. Im neuen Bereich AUTOMOBILE bekommt der Werkstatt-Profi einen Überblick über die wichtigsten Automarken und Automodelle mit allen Nachrichten, Bildergalerien, Videos sowie Rückruf- und Serviceaktionen. Unter #HASHTAG sind alle wichtigen Artikel, Bilder und Videos zu einem Themenspecial zusammengefasst. Außerdem gibt es im asp-Onlineportal alle Heftartikel gratis abrufbar inklusive E-PAPER. Ergänzt wird das Online-Angebot um Techniktipps, Rechtsthemen und Betriebspraxis für die Werkstattentscheider. Ein kostenloser NEWSLETTER fasst werktäglich die aktuellen Branchen-Geschehnisse zusammen. Das richtige Fachpersonal finden Entscheider auf autojob.de, dem Jobportal von AUTOHAUS, asp AUTO SERVICE PRAXIS und Autoflotte.