Alternative Antriebe: Mit dem Dreirad in die Auto-Zukunft?

01.08.2008 11:29 Uhr
Professor Wilfried Fischer und Studenten der FH Dortmund mit ihrem "Baby", dem Elektro-Dreirad eLTec.
© Foto: Fachhochschule Dortmund

Für den Stadtverkehr von morgen haben Studenten der Fachhochschule Dortmund ein dreirädriges Gefährt mit Elektroantrieb ersonnen. Der Zweisitzer kommt rund 100 Kilometer weit und wird bis zu 45 km/h schnell. Jetzt wird die Straßenzulassung angestrebt.

Es mutet noch recht spartanisch an, das dunkelgraue dreirädrige Gefährt. Doch es stößt keinerlei Schadstoffe aus und: Es fährt. Doch "es" ist keine glänzende Studie eines großen Autokonzerns, sondern das eLTeC, von Experten für Leichtbau an der Fachhochschule Dortmund entwickelt. Nach ihrem Willen soll der Zweisitzer zur Alternative normaler Autos werden. "Einige Leute vergleichen den Wagen mit einer Seifenkiste", sagt Wilfried Fischer und schmunzelt. Dabei hat der Professor das Dreirad mit Diplomanden und Studenten innerhalb nur eines Jahres "auf die Räder" gestellt, zwei hinten und eines vorne. Sie stammen von einem Roller, und auch die Geschwindigkeit ist mit 45 km/h vergleichbar niedrig. "Für die Fahrt zur Arbeit oder ins Büro reicht das doch allemal", sagt Fischer. Rund 100 Kilometer weit kommt das Dreirad bislang mit einer Ladung der vier Blei-Gel-Batterien. Sie werden an einer regulären Steckdose aufgeladen. Nun soll es vom FH-Campus raus auf die Straße gehen: "Der wichtigste Schritt ist die Straßenzulassung", sagt Fischer. Damit rechnet er im Herbst. Zudem sollen Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden, die nur halb so schwer sind wie die bislang verwendeten Akkus, dabei aber viel leistungsfähiger. "Spätestens bei einem Crashtest wird es dann Probleme geben", dämpft Michael Bargende, Vorstand am Stuttgarter Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren (FKFS), die Euphorie für Elektroautos. Die Autos seien in den vergangenen Jahren wegen der Sicherheit und der gehobenen Ausstattung immer schwerer geworden. Es sei verfrüht, die Zukunft der reinen Elektroautos anzukündigen. Noch gebe es zudem das Problem mangelnder Reichweiten, aber auch fehlender Strom-Tankstellen. "Und die Batterien sind nicht leistungsfähig genug, ein Golf würde für 100 Kilometer mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde 400 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Batterien brauchen", sagt er.

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