Die 12-Uhr-Regel für Kraftstoffpreise hat die Zahl der Preisbewegungen an deutschen Tankstellen auf rund ein Drittel reduziert. Statt 20 bis 22 Änderungen gebe es nur noch sechs bis sieben pro Tag, heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage des Parlaments. Eine klare Aussage dazu, ob das Maßnahmenpaket die Spritpreise insgesamt gesenkt hat, trifft die Regierung jedoch nicht. Aus der Differenz zwischen Rohölpreis und Tankstellenpreisen lasse sich wegen des volatilen Marktgeschehens keine belastbare Erkenntnis ableiten.
Die Zahl der Verstöße gegen die Preisregelung ist nach Einschätzung der Regierung gering. Nach vorläufigen Erkenntnissen lag der Anteil abweichender Preisänderungen an allen Preisbewegungen unter 3 Prozent. Mehr als 90 Prozent dieser Abweichungen lagen im Zeitfenster zwischen 11.30 und 12.30 Uhr, was zumindest teilweise auf technische Startprobleme hindeuten könne.
Medienberichte weisen allerdings auf eine nicht unerhebliche Zahl von Verstößen hin. So hat unter anderem die Zeitschrift "Auto Motor und Sport" allein für den April knapp 234.000 illegale Preiserhöhungen dokumentiert. Ein Großteil fiel in die Zeit zwischen 11.50 Uhr und 12.10 Uhr. Für Verstöße drohen Bußgelder bis 100.000 Euro.