Samstag, 25.05.2019
Verkehrsblatt IVW
12.03.2019

¬ Skoda Kamiq

Vorhang auf für Nummer drei

Mit dem Kamiq baut Skoda am unteren Ende seines SUV-Programms an.
© Foto: Skoda

Von Patrick Broich/SP-X

Ähnlich wie die Markengeschwister VW und Seat baut auch die Konzerntochter Skoda ihr SUV-Angebot immer weiter aus. Als jüngstes und kleinstes Familienmitglied ergänzt ab Spätsommer der Kamiq die Modellpalette und fügt der bei den Hochsitzern ohnehin etwas eigenwilligen Nomenklatur der Tschechen eine weitere Variante mit sperrigem "q" am Namensende hinzu. Der mit 4,24 Metern Länge eigentlich gar nicht so kleine Kamiq basiert auf dem modularen Querbaukasten der A0-Gruppe des VW-Konzerns. Das heißt: Anders als etwa der ähnlich große T-Roc (A1-Gruppe) wird es für den Skoda keinen Allradantrieb geben. Dafür aber jede Menge Assistenzsysteme und Vernetzung sowie einen Grundpreis, der deutlich unterhalb von 20.000 Euro liegen dürfte.

Immer an Bord ist dann etwa ein Frontradar, mit dessen Hilfe der Tscheche Fußgänger aufspürt und gegebenenfalls autonom abbremst; auch der Spurhalteassistent gehört zum Standardrepertoire. Wer etwas tiefer in die Ausstattungskiste (und in die Geldbörse) greift, bekommt Features wie den aktiven Tempomaten, der bis 210 km/h arbeitet.

Darüber hinaus installieren die Ingenieure weitere Radar-Sensorik, die vor Fahrzeugen warnt, welche entweder gerade zum Überholen ansetzen oder im toten Winkel weilen. Rückwärtiges Ausparken aus unübersichtlichen Lücken wird ebenfalls mit akustischen Signalen begleitet. Und wenn eine Kollision doch mal nicht mehr zu vermeiden ist, strafft die Maschine immerhin die Gurte und schließt falls nötig die Fenster. Der sauber verarbeitete Innenraum strotzt passend zur Assistenten-Armada vor Infotainment – ein großer, freistehender Monitor plus Kombiinstrument aus TFT-Fläche bekunden die Höhe der Zeit.

Dass der neue Skoda Kamiq in besonderem Maße vernetzt ist, zeigt nicht zuletzt eine Funktion, mit deren Hilfe man den Fronttriebler über ein Webportal fernentriegeln oder checken kann, ob die Fenster geschlossen sind. Diverse Fahrdaten wie beispielsweise zuvor erreichte Geschwindigkeiten oder der Tankfüllstand sind ebenfalls aus der Ferne abrufbar.

Klassisches Motorenprogramm

Dagegen mutet das Motorenkapitel dann doch nur klassisch an. Unter der Haube arbeiten Diesel- und Ottotriebwerke zwischen 70 kW / 95 PS und 110 kW / 150 PS. Turboladung und Direkteinspritzung sind gesetzt, Zylinderabschaltung muss die Effizienz des starken Benziners steigern. Und statt elektromotorischer Unterstützung soll beim Kamiq eine Erdgas-Variante für CO2- wie NOx-Reduktion sorgen. Schaltgetriebe mit fünf oder sechs Gängen respektive Automatik (Siebengang-Doppelkupplung) übertragen die unterschiedlichen Drehmomente. Wer möchte, bekommt ein Fahrwerk mit elektronischer Dämpferreglung, wobei es hier keine variablen Einstellungen, sondern lediglich zwei statische Härte-Stufen gibt. Grundsätzlich ist mit der elektronischen Steuerung "Sport Chassis Control" eine Tieferlegung um einen Zentimeter verbunden.

Man muss kein Design-Profi sein, um zu erkennen, dass der neue Kamiq ein enger Verwandter des ebenfalls neuen Skoda Scala ist – aber ein bisschen Variation gibt es dann doch: Die Front mit den in Kristalloptik gehaltenen Tagfahrlichtern differenziert sich deutlich vom sechs Zentimeter flacheren Bruder und wirkt einen Tick futuristischer.

Und Skoda wäre nicht Skoda, wenn der Kamiq neben seinem ausgeprägten Lifestyle-Einschlag nicht auch handfeste praktische Fähigkeiten böte. Erstens: Das Platzangebot geht in Ordnung – selbst der Fond offenbart nach einer kurzen Sitzprobe hinreichend Bein- und Kopffreiheit, so dass man sich auch eine längere Strecke hier gut vorstellen kann. Zweitens: Das Gepäckraumvolumen beträgt bei umgelegten Rücksitzen fast 1.400 Liter. Nicht schlecht für einen Kleinwagen. Und drittens: Auch an den berühmten "Simply-Clever"-Lösungen mangelt es nicht. Neben Eiskratzer, Regenschirm und Taschenlampe gibt es jetzt erstmals auch einen integrierten Türkantenschutz. Dessen größter Vorteil: Er lässt sich im Gegensatz zu den anderen Teilen auch mit der Zeit nicht verschludern.

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: Skoda)

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

24.05.2019

¬ Elektroautos

Scheuer will Prämie deutlich anheben

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will die staatliche Prämie für den Kauf von Elektroautos verlängern und deutlich erhöhen. ¬ mehr

24.05.2019

¬ Verbraucherklage

VW erwartet Mammutverfahren

Der Autobauer stellt sich nach der bundesweit ersten Musterfeststellungsklage im Diesel-Skandal auf einen langwierigen Prozess ein. Eine Feststellung möglicher individueller Schadenersatzansprüche sieht VW nicht vor 2024. ¬ mehr

Kfz-Gewerbe Niedersachsen-Bremen

Kontinuität an der Spitze

Bei der Mitglieder- und Delegiertenversammlung des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen wurde die Führungsmannschaft um Verbandspräsident Karl-Heinz Bley einstimmig wiedergewählt. ¬ mehr

zum 7-Tage Rückblick

Modellplaner 2019

Der Modellplaner unserer Kollegen von "Autoflotte" bietet Ihnen alle Neuheiten, Facelifts und neuen Motorisierungen auf einen Blick! ¬ mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Spezial

R-1234yf

R-1234yf

Chronologie der Diskussion um das neue Klimaanlagen-Kältemittel. ¬ zur Spezialseite

Rückrufdatenbank

Aktionen der Automobilhersteller und Importeure seit 2001,
sortierbar nach Marken und Zeitraum.
¬ Zur Übersicht

Branchenrecht


Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog