Ausbildung von Sachverständigen: Neues TÜV SÜD Trainings Center in Ulm

26.10.2026 15:19 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Der feierliche Moment, die offizielle Eröffnung des neuen Trainings Centers (v.l.nr.): Patrick Fruth, CEO Division Mobility der TÜV SÜD AG, Dr. Ralph Düster, Leiter Aus- und Weiterbildung der Division Mobility, Dr. Kathrin Schmidtke, Leiterin des Amts für Verkehr und Mobilität, Landratsamt Alb-Donau-Kreis, André Krauß, CFO Division Mobility der TÜV SÜD AG und Thomas Emmert, Leiter Asset Management der Division Mobility.
©Foto: TÜV SÜD

Der TÜV SÜD feiert den Neubau des Technischen Trainings Centers in Ulm mit einer internen Eröffnungszeremonie. Das Gebäude setzt neue Maßstäbe bei der Ausbildung von Sachverständigen.

Nach nur einem Jahr Bauzeit konnte im Rahmen einer internen Eröffnungsfeier das neue Technische Trainings Center von TÜV SÜD in Ulm eingeweiht werden. Spatenstich für das Sieben-Millionen-Projekt war erst im Juli 2025. Mit der 700 Quadratmeter großen Halle, die mit der hohen Deckenhöhe auch für die Prüfung von Bussen und Lkw optimal ausgelegt ist, schafft der TÜV SÜD am Ausbildungsstandort Ulm neue, auf die Zukunft ausgerichtete Trainingsbedingungen für die Ausbildung der eigenen Sachverständigen. Diese müssen für ihre Tätigkeit eine zweijährige Zusatzausbildung durchlaufen.

Mit dem neuen Trainings-Center trage man auch der wachsenden Anzahl von Sachverständigen in der eigenen Organisation Rechnung, erklärte Patrick Fruth, CEO der Division Mobility bei TÜV SÜD. Künftig rechnet TÜV SÜD mit über 220 neuen Sachverständigen pro Jahr. Die neuen Schulungsräume bieten dafür den notwenigen Raum. Patrick Fruth lobte den Neubau auch als Ort, an dem Ausbildung in einer angenehmen Atmosphäre stattfinden könne: „Wir haben hier auf den 2.000 Quadratmeter über zwei Stockwerke verteilt, die Möglichkeit, optimal die Abläufe zwischen Theorie und Praxis sicherzustellen.“ Dass TÜV SÜD für die Ausbildung der Sachverständigen am Strandort Ulm geblieben ist, sei kein Zufall:  „Wir haben uns bewusst für den Standort Ulm entschieden“, sagte Fruth bei der Eröffnung am vergangenen Freitag vor TÜV SÜD Mitarbeitern und geladenen Gästen. „Logistisch ist Ulm der ideale Standort, denn nach wie vor haben wir viele Mitarbeiter in Bayern und Baden-Württemberg.“

Aber auch technologisch könne das neue TTC mit einigen Besonderheiten aufwarten: „Die Fahrzeugtechnologie schreitet rasch voran, diese Entwicklung führt dazu, dass wir mit unserem vielfältigen Dienstleistungsangebot auch die Breite der Qualifikation erweitern müssen. Wir haben hier in Ulm beispielsweise einen der modernsten Prüfstände für die Prüfung von Fahrerassistenzsystemen verbaut. Zudem bietet der Standort alle Voraussetzungen, um Wasserstoffbusse zu prüfen,“ erklärte Fruth. Technische Neuerungen umfassten künftig laut Fruth nicht nur das autonome Fahren, sondern auch Over-the-Air Updates oder Over-the-Air Maintenance sowie verschiedene Antriebsarten zur Erfüllung der Eur-7-Schadstoffnorm, darunter neben vollelektrischen Fahrzeugen und Hybridfahrzeugen auch die Wasserstofftechnologie.

Schaden- und Wertgutachten

Neben der Ausbildung von Sachverständigen für die amtliche Prüfung spiele auch der Bereich Schaden- und Wertgutachten eine zunehmend wichtige Rolle. Auch dieser Bereich soll laut Fruth in Ulm abgebildet werden: „Der stetig wachsende Markt für Schaden- und Wertgutachten war ein weiterer Grund für die Entscheidung hier zu investieren. Die Ausbildung der Sachverständigen zur Erstellung solcher Gutachten ist für uns ein wichtiger Bestandteil, um unseren Kunden den idealen Service in Form von Gutachten anzubieten.“

Ein Highlight im neuen TÜV SÜD Trainings-Center ist der Prüfstand MAST (Maha Adaptive System Tester) von Maha, der für die Prüfung der Funktion von Fahrerassistenzsystemen (FAS oder engl. ADAS für "Advanced Driver Assistance Systems") in modernen Fahrzeugen entwickelt wurde. Eine Funktionsprüfung der Sicherheitssysteme ist zwar bislang nicht Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU). Für künftige Fahrzeuggenerationen mit teilautonomen Fahrfunktionen dürfte die Prüfung jedoch auch Gegenstand der HU werden.

Der Prüfstand MAST 2.0 ermöglicht die automatisierte und realitätsnahe ADAS-Funktionsprüfung auf einem Rollenprüfstand. Das System nutzt OTA-Stimulatoren (unter anderem in Kooperation mit dSPACE), um Radar- und Kamerasysteme des Fahrzeugs gezielt und berührungslos anzusprechen.


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