Rund 1,78 Millionen Fahrzeuge sind im vergangenen Jahr nach Prüfungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wegen verschiedener Mängel zurückgerufen worden. Das waren 37 Prozent weniger als ein Jahr davor, wie aus dem Marktüberwachungsbericht des KBA hervorgeht.
Etwa 74.000 Fahrzeuge wurden demnach 2025 außer Betrieb gesetzt - 2024 waren es noch circa 155.000. Als Marktüberwachungsbehörde prüft das KBA unter anderem Kraftfahrzeuge, Anhänger, Systeme und einzelne Bauteile. Stellt das KBA fest, dass Produkte nicht den Anforderungen entsprechen, ergreift es Maßnahmen wie zum Beispiel die Initiierung von Rückrufen und öffentlichen Warnungen.
KBA verschärft Kontrollen bei Licht, Software und Zubehör
Im Bereich der Produktprüfungen führte das KBA 160 Untersuchungen durch, davon 131 mit abgeschlossener Bewertung. Ein Schwerpunkt lag auf modernen Lichtsystemen und Notbremsassistenten. Bei Prüfungen von 14 Fahrzeugen mit automatischen Notbremssystemen stellten die Experten bei drei Fahrzeugen Auffälligkeiten fest. In zwei Fällen wurden Kollisionen trotz aktivierter Notbremsfunktion nicht vollständig verhindert. Ein weiteres Fahrzeug erkannte einen kreuzenden Radfahrer nicht zuverlässig.
Die häufigsten Rückrufe der Automarken 2025
Und immer noch die Takata-Airbags
Ein Dauerbrenner bleibt die Takata-Airbag-Problematik. Seit Beginn der Rückrufe sind in Deutschland mehr als 5,8 Millionen Fahrzeuge betroffen. Nach einem tödlichen Unfall in Frankreich hat das KBA die Hersteller aufgefordert, ihre Austauschprogramme weiter zu beschleunigen.
Mit Blick auf 2026 bereitet sich das KBA zudem auf neue Anforderungen durch Euro 7, die zunehmende Verbreitung komplexer Fahrerassistenzsysteme und künftige KI-Regeln im Fahrzeugbereich vor. Die Marktüberwachung gewinnt damit für Hersteller, Zulieferer, Teilehandel und Werkstätten weiter an Bedeutung.